Dia-Show mit Bildern + Videos & auf USB-Stick synchronisieren

Auf dem Markt tummeln sich viele Anbieter so genannter Dia-Show-Programme. Hierbei wird in der Regel aus Bildern und Videos eine einzelne Videodatei erstellt, die in einem Video Player wie Microsofts Windows Media Player (WMP) oder dem Video Lan Client (VLC) abgespielt wird. Das Prinzip ermöglicht eine einfache Handhabung, da das Video mit Musik, Bildern oder einzelnen Videoclips einfach nur abgespielt wird. "Eine Datei, ein Klick, that's it!". Demgegenüber stehen zahlreiche Nachteile. Zum Beispiel können die Bilder und Videos nicht einzeln betrachtet werden, so dass irgendwann die Frage nach den Original-Quellen kommt, wenn man die Dia-Show an Bekannte oder Freunde weitergibt. Außerdem lassen sich nachträglich Änderungen an der Reihenfolge oder den einzelnen Bildern / Videos nur schwer realisieren. Wer eventuell eine Korrektur an einem einzelnen Bild (bsp. rote Augen entfernen) durchführt, muss das komplette Video neu erstellen.

Erstellen einer klassischen Dia-Show mit Standardprogrammen und Wiedergabelisten

Eine Dia-Show bestehend aus einem Mix von Videos und Bildern lässt sich auch mit einem Standard-Programm wie dem Windows Media Player erstellen, welche die oben genannten Nachteile beseitigt. Hierzu sollte man sich einfach die Frage beantworten, was eine Dia-Show von der Funktionsweise her ist: nämlich nichts anderes als das Abspielen von Bildern und Videos in einer vorgegebenen Reihenfolge. Und dieses Prinzip ist von jeder Musik-CD her bekannt. Um eine flexible und nachträglich änderbare Dia-Show zu erstellen, benötigt man lediglich eine Wiedergabeliste. That's it!

Tipp: Verwenden Sie bei der Präsentation einen Mix aus Bildern und Videos. Ein Video vermittelt dem Betrachter einen besseren Eindruck über die Situtation. Spielen Sie beispielsweise erst eine Serie aus Bildern und anschließend ein passendes Video aus dem Kontext ab. Werfen Sie auch einen Blick in den Artikel Kostenlose Videobearbeitung mit Windows Movie Maker. Somit lassen sich ansprechende Effekte und Übergänge erstellen.

Eine Wiedergabeliste ist eine Textdatei, welche die Reihenfolge und Titel festlegt, die der Windows Media Player oder VLC Player abspielen. Die bekanntesten Formate sind .m3u und .wpl (Windows Player List)

Beim Arbeiten mit Wiedergabelisten ergeben sich folgende Vorteile:

  • Keine Zusatzsoftware notwendig (also kostenlos), da Wiedergabelisten mit Standardprogrammen wie Windows Media Player oder VLC erstellt und abgespielt werden können.
  • Flexibilität: Bilder und Videos können nachträglich bearbeitet werden, da die Wiedergabeliste lediglich die Abspielreihenfolge bestimmt.
  • Erhalt der Quell-Daten: Bilder und Videos bleiben unberührt (keine Umwandlung in ein neues Format). Das freut Freunde und Bekannte, da sie die Original-Dateien erhalten.
  • Erstellen unterschiedlicher Wiedergabelisten für verschiedene Einsatzzwecke. Beispiel: Öffentliche (zensierte) und private Version.
  • Plattformübergreifend: die Dia-Show kann auf Windows, Linux, MacOS oder Smartphones abgespielt werden.
  • Schnelles Bearbeiten: optional werden Wiedergabelisten auch im einfachen Texteditor bearbeitet.

Für den Fall, dass Sie in Zukunft beabsichtigen, eine Dia-Show Ihrer Urlaubsbilder und Videos zu erstellen und Sie nicht wissen, wie dies zu bewerkstelligen ist, hilft Ihnen dieser Artikel sicherlich weiter. Der Artikel zeigt Ihnen folgende Vorgehensweisen:

  • Dia-Show mit Bildern und Videos (beliebig gemischt) erstellen
  • Bearbeiten der Wiedergabeliste: Ändern der Reihenfolge, optionales Arbeiten mit Texteditor
  • Das Brennen die Dia-Show auf CD/DVD oder "synchronisieren" auf einen USB-Stick
  • Nützliche Tastenkombinationen für den Windows Media Player für die Präsentation

Anleitung: Dia-Show mit einer Wiedergabeliste

Beginnen wir mit der Erstellung einer einfachen Wiedergabeliste. Dazu öffnen wir einen aktuellen Mediaplayer wie dem Windows Media Player aus dem Hause Microsoft. Etwas versteckt findet man unter der Medienbibliothek auf der linken Seite die Wiedergabelisten, wo nun mit einem rechten Mausklick eine neue Wiedergabeliste erstellt wird (siehe Thailand 2013). Nun werden Bilder, Videos und Musik in das Fenster hereingezogen, die nach der gewünschten Reihenfolge abgespielt werden sollen.

Wiedergabeliste als Grundlage für die Dia-Show im Windows Media Player
Wiedergabeliste als Grundlage für die Dia-Show im Windows Media Player

In der Regel ist einer der ersten Schritte, sämtliche Bilder (bsp. Urlaubsbilder) und Videos zu der Wiedergabeliste hinzuzufügen, um sie dann zu sortieren. Um die Wiedergabeliste bestmöglich zu bearbeiten, sollte man die Funktion "Im Listenbereich bearbeiten" aktivieren, so dass man eine Art Vorschau der Elemente erhält:

Listenbereich aktivieren, um eine Vorschau zu erhalten
Listenbereich aktivieren, um eine Vorschau zu erhalten

Nun werden die einzelnen Bilder und Videoclips durch einfaches Verschieben und Anklicken sortiert bzw. in einer Vorschau dargestellt.

Dem Chaos entgegenwirken: aussagekräftige Dateinamen statt automatisierte Namen von der Kamera

Bilder von einer Digitalkamera erhalten ihren Dateinamen nach einem festen Schema. Beispielsweise nach Zeit (20130128_100630.JPG = JJJJMMTT_SSMMSS) oder nach fortlaufender Zahl (IMG_1000.JPG, IMG_1001.JPG, usw...). Das wirkt sich beim Bearbeiten der Wiedergabeliste sehr unübersichtlich aus, da man gerade bei großen Bildermengen den Überblick verliert. Ein Lösung wäre, sämtliche Bilder umzubenennen, was einerseits sehr mühsam ist und andererseits dazu führt, dass die chronologische Reihenfolge verloren geht.

An dieser Stelle folgender Tip: verwenden Sie einzelne Bilder als Zwischensequenz, die einen aussagekräftigen Namen haben. Sie können hierbei ein einzelnes Bild aus der Serie verwenden oder erstellen ein neues Bild mit einem netten Text (bsp. "Nun sehen Sie die Bilder der Brücke am River Kwai"), welches die Zuschauer während der Präsentation zu sehen bekommen und mit zusätzlichen Informationen versorgt.

Gruppieren der Bilder mit Zwischensequenzen
Gruppieren der Bilder mit Zwischensequenzen

Optional ist es auch möglich, die Wiedergabeliste in einem Texteditor zu bearbeiten. Hier ein Auszug aus einer .wpl-Datei, welche der Windows Media Player standardmäßig verwendet. Der Auszug ist selbsterklärend und die Dateien innerhalb von <seq></seq> können beliebig ergänzt und sortiert werden. Aber gehen Sie achtsam dabei vor und legen Sie sicherheitshalber eine Sicherung an.

<?wpl version="1.0"?>
<smil>
    <head>
        <meta name="Generator" content="Microsoft Windows Media Player -- 11.0.5721.5280"/>
        <meta name="AverageRating" content="0"/>
        <meta name="TotalDuration" content="240"/>
        <meta name="ItemCount" content="551"/>
        <author/>
        <title>Thailand 2013</title>
    </head>
    <body>
        <seq>
            <media src="Thailand 2013\titel (1).jpg"/>
            <media src="Thailand 2013\20130130_163852.jpg"/>
            <media src="Thailand 2013\videos\gong.mp4"/>
            <media src="Thailand 2013\Flugzeug (3).jpg"/>
            <media src="Thailand 2013\Flugzeug (4).jpg"/>
            <media src="Thailand 2013\sonstiges\abschluss.png"/>
        </seq>
    </body>
</smil>

Wahl des richtigen Speicherortes: Dia-Show auf DVD brennen oder auf USB-Stick synchronisieren

Nachdem die Wiedergabeliste erstellt wurde, wird es Zeit, diese zu speichern. Welches Format, sprich .m3u oder .wpl, ist relativ unwichtig, da alle gängigen Media Player diese Formate unterstützen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet .m3u und nicht das von Microsoft entwickelte .wpl-Format.

Wiedergabeliste als m3u oder wpl speichern
Wiedergabeliste als m3u oder wpl speichern

Viel wichtiger ist, wo sie die Dateien und die Wiedergabeliste speichern und welche Pfade in der Wiedergabeliste abgelegt werden. Soll die Dia-Show inkl. Bilder und Videos auf eine DVD/CD gebrannt oder auf einen USB-Stick kopiert werden, dürfen keine absoluten Pfade, sondern nur relative Pfade verwendet werden. 

Hinweis: An dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass die interne Synchronisation im Windows Media Player nicht zu empfehlen ist, da die mühsam erstelle Wiedergabeliste nicht mitkopiert und die Bilder und Videos beliebig auf den USB-Stick kopiert werden.

Absolute Pfade erkennen Sie, wenn der vollständige Dateipfad Ihres Systems (bsp.: C:\Dokumente und Einstellungen\Fritz\Bilder\Thailand\) angegeben wird. Um die (richtigen) relativen Pfade zu erhalten, sprich die Pfade in Abhängigkeit des aktuellen Speicherortes der Wiedergabeliste, müssen sowohl Wiedergabeliste als auch Datein in ein- und demselben Ordner liegen. Der Windows Media Player erkennt dies und legt automatisch relative Pfade in der Wiedergabeliste ab.

Folgendes Beispiel zeigt die Ordnerstruktur einer Dia-Show auf einem herkömmlichen USB-Stick:

Dateistruktur bei Dia-Show auf USB-Stick synchronisieren
Dateistruktur beachten, wenn die Dia-Show auf einen USB-Stick synchronisiert wird

Hält man sich an diese einfache Regel und fügt keine Dateien zur Wiedergabeliste hinzu, die sich quer auf dem Rechner verteilt befinden, kann man den Ordner mit Wiedergabeliste und Bilder/Videos auf jedes Medium (CD, DVD, USB-Stick, externe Festplatte usw.) kopieren.

Wichtig zum Kopieren auf den USB-Stick oder DVD: relative statt absolute Pfade
Wichtig zum Kopieren auf den USB-Stick oder DVD:
relative statt absolute Pfade

Sicherheitshalber sollte man die erstellte Wiedergabeliste mit einem Texteditor überpfrüfen und die hier gezeigten "Tücken" prüfen. Dann steht der Dia-Show nichts entgegen:

USB-Stick in den Rechner => Klick auf die .wpl-Datei => Dia-Show genießen!

Tastenkombinationen für den Windows Media Player

Während der Präsentation mit dem Windows Media Player sind folgende Tastenkombinationen nützlich:

STRG + B = Vorheriges Bild
STRG + F = Forward = Nächstes Bild
STRG + P = Pause = Anhalten

Tipps beim Arbeiten mit Wiedergabelisten:

  • Achten Sie auf die Pfade, um die Dia-Show auf USB-Sticks zu synchronisieren oder auf DVD zu brennen.
  • Arbeiten Sie mit eigenen Zwischenbildern und hier mit eindeutigen Dateinamen. Gerade bei vielen Bildern, die lediglich nummeriert sind, verliert man schnell den Überblick. Außerdem agieren diese als Orientierungspunkte, beispielsweise wenn die Diashow präsentiert wird.
  • Spielen Sie beliebige Musik im Hintergrund an anstatt einer Dia-Show Musik hinzuzufügen. So haben während der Präsentation volle Kontrolle und sparen sich die Zeit, bei der Erstellung der Diashow Musikstück passend einzufügen.