Laserdrucker vs. Tintenstrahldrucker - Drucker-Kaufberatung

Wird im Privathaushalt ein neuer Drucker angeschafft, stellt sich nicht nur die Frage nach dem passenden Modell, sondern mittlerweile auch die Frage nach der geeigneten Technologie. Grund hierfür sind die günstigen Preise bei Laserdruckern, so dass die klassischen Business-Printer nun auch in das Budget eines Privatanwenders passen. Günstige Laserdrucker liegen preislich auf einem ähnlichen Niveau wie gute Tintenstrahldrucker, so dass der Käufer die Qual der Wahl zwischen beiden Technologien hat.

Laserdrucker vs. Tintenstrahldrucker - welche Technik ist für den Privatgebrauch am besten geeignet?

Welche Technologie nun gewinnt und welche besser zu einem passt, lässt sich nicht pauschal beantworten, da es abhängig vom Nutzungsverhalten ist. Vorweg lassen sich zwei Anwendungsszenarien definieren. Ein Laserdrucker kann den Anwendern empfohlen werden, die hauptsächlich Dokumente oder sehr wenig drucken, d.h. die Gefahr von eingetrockneten Tintenpatronen umgehen müssen. Dagegen sind Tintenstrahldrucker kompakter und besser für Fotoausdrucke geeignet, erfordern aber regelmäßige Ausdrucke, um das zuvor angesprochene Austrocknen zu verhindern.

PC-Erfahrung.de stellt in diesem Artikel die wichtigsten Kriterien gegenüber, die bei der Kaufentscheidung zwischen Tintenstrahl- und Laserdrucker helfen sollen.

Drucken nach Pause - Tintenpatronen trocknen aus, Laserkartuschen nicht

Tonerkartuschen im Laserdrucker
Tonerkartusche anstatt flüssige Tinte. Hier kann nichts eintrocknen. Dafür steckt viel Technik im Gerät, die teilweise sehr teuer ist.

Der wohl größte Nachteil eines Tintenstrahldruckers ist die Gefahr, dass die Druckköpfe eintrocknen, wenn der Drucker über eine längere Zeit nicht genutzt wird. Wir kennen es alle von unserem Füllfederhalter. In der guten alten Schulzeit, in welcher der Füller regelmäßig genutzt und die Tintenpatrone getauscht wurden, hat der dieser tadellos seinen Dienst vollrichtet. Nach der Schulzeit liegt der Füller nun im Mäppchen und wenn wir diesen einmal im Jahr benötigen, bspw. um schicke Weihnachtskarten zu schreiben, funktioniert dieser nicht. Grund: die Tinte ist eingetrocknet. Damit Omi und Opi sich trotzdem über die Weihnachtsgrüße freuen, nutzt man alternativ den Bleistift.  Sieht zwar nicht besonders schön aus, funktioniert aber immer.

Das Prinzip lässt sich auf die Tintenstrahl- und Laserdrucker adaptieren. Zwar versuchen die Druckerhersteller durch regelmäßige Wartungsintervalle das Austrocknen der Tintenpatronen zu verhindern, das aber nur mit mäßigem Erfolg und mit zusätzlichen Kosten. Viele Drucker spülen vor jedem Druckauftrag den Druckkopf mit Tinte durch, was nicht nur unnötig Tinte verbraucht, sondern auch den Druckauftrag verzögert. Andere Drucker führen einmal am Tag eine Reinigung durch, sofern der Drucker eingeschaltet ist. Wer über das Jahr nicht druckt, wundert sich, warum die Tinte am Jahresende leer ist, obwohl keine Seite gedruckt wurde. Hinzu kommen Stromkosten, da der Drucker nie ausgeschaltet werden darf.

Die Wartungsintervalle helfen alle nichts, wenn man Drucker ausschaltet und über längere Zeit nicht nutzt. Ratschläge wie "man sollte einmal pro Woche eine Testseite drucken" sind einfach nicht praktikabel, denn wer möchte ich sich einen zusätzlichen Termin in seinen bereits vollgestopften Kalender einstellen, nur um seinen Drucker am Leben zu halten?

Diese Probleme gibt es beim Laserdrucker nicht, denn die Farbe in Form von Tonerstaub ist bereits ausgetrocknet. Man kann seinen Laserdrucker monate- und jahrelang in die Ecke stellen, ohne dass die Druckqualität abnimmt. Ein wirklicher Vorteil, gerade für Wenig-Drucker.

Größe - Laserdrucker sind meist klobig

Es gibt Laserdrucker auch in kompakter Bauweise, aber technik-bedingt sind Laserdrucker nun einmal klobiger als Tintenstrahldrucker. Gerade Multifunktionsgeräte, die zusätzlich mit einer hohen Druckgeschwindigkeit oder großem Druckvolumen werben, sind schwere und sperrige Kisten, die nicht wirklich ins private Arbeitszimmer passen. Der in diesem Beispiel gezeigte Brother DCP 9045CDN wiegt deutlich über 20kg und muss mit zwei Personen getragen werden.

Größenvergleich: Laserdrucker vs. Getränkekiste
Laserdrucker sind in der Regel keine Platzwunder. Hier ein Brother DCP-9045N.
Brother DCP-9045N Laserdrucker nimmt viel Platz ein.
Wer wenig Platz hat, muss bei Laserdruckern erfinderisch werden. In diesem Beispiel verschwindet der Drucker im Kleiderschrank

Vorurteil: Tintenstrahldrucker sind nicht für hohe Volumen geeignet

Wer heutzutage noch das Vorurteil im Kopf hat, dass Tintenstrahldrucker nicht für hohe Druckvolumen geeignet sind und daher seine Entscheidung gegen diese Technik trifft, soll eines Besseren belehrt werden. Ein gutes Beispiel ist der HP PageWide Enterprise Color 556dn: 75 Seiten pro Minute und eine Patronenreichweite von 11.000 SW-Seiten sind Werte, die man normalerweise von professionellen Laserdruckern kennt. Umso bewundernswerter ist es, dass beim HP 556dn Tintenpatronen zum Einsatz kommen.

HP PageWide Enterprise Color 556dn
Sieht aus wie ein Laserdrucker, druckt wie ein Laserdrucker,
besitzt aber Tintenpatronen im Inneren. HP PageWide Enterprise Color 556dn

Lautstärke - Laserdrucker machen krach

Die Lautstärke ist von Modell zu Modell verschieden und sicherlich gibt es bei beiden Technologien sowohl leise als auch laute Vertreter, aber grundsätzlich sind Laserdrucker lauter als Tintenstrahldrucker. Das betrifft vor allem die Vorbereitungen für den Druckvorgang: zuerst muss die Heizung erwärmt werden und die entstandene Hitze durch einen (meist recht lauten) Lüfter abtransportiert werden. Hinzu kommt das Aufladen der Bildtrommel mit negativer Ladung. Lange Rede, kurzer Sinn: ein Druckauftrag ist immer mit einem deutlich zu hörenden mechanischen Brummen verbunden.

Tintenstrahldrucker sind auch nicht geräuschlos, aber moderne Geräte sind stille Vertreter. Der Druckkopf wird leise über die Schiene hin- und her bewegt und das Aufbringen der Farbe entweder über das Bubble-Jet-Verfahren (durch Hitze wird die Farbe durch Wasserdruck ausgepresst) oder das Piezo-Prinzip (mithilfe elektrischer Ladung) ist nahezu geräuschlos. Im besten Fall hört man nur ein angenehmes "BsssBsss".

Geruch - Tintenstrahldrucker sind geruchlos, Laserdrucker stinken

Ein klarer Nachteil von Laserdruckern ist der Geruch, der beim Drucken entsteht. Anders als beim Tintenstrahldrucker, wo flüssige Farbe auf das Papier aufgetragen wird, brennt bei einem Laserdrucker die Heizung bzw. ein Laser den trockenen Toner auf das Papier. Es liegt also der Duft von Verbranntem und Tonerfeinstaub in der Luft, der zusätzlich auch noch giftig für die Atemwege ist. Nicht ohne Grund haben einige deutsche Behörden aufgrund zu hoher Feinstaubwerte von Laser- auf Tintenstrahldrucker gewechselt.

Wer also eine empfindliche Nase hat und wem seine Gesundheit am Herzen liegt, fährt mit einem Tintenstrahldrucker besser. Dieser ist nahezu geruchlos und die Atemwege sind nicht betroffen.

Fotodruck - Laserdrucker sind ungeeignet

Tintenstrahldrucker haben die bessere Qualität beim Ausdrucken von Fotos. Sie können mit bis zu sechs Farben arbeiten und das Volumen der einzelnen Farbpixel/-punkte anpassen, was gerade bei feinen Abstufungen sehr von Vorteil ist. Laserdrucker hingegen rastern das Druckbild, was typische Laserdrucker-Schwächen mit sich bringt. So können Streifen auf gleichfarbigen Flächen oder Pixelkanten bei runden Formen auftreten.

Tintenstrahldrucker profitieren zudem von einem breiten Angebot von speziellem Fotopapier, welches dicker als normales Fotopapier ist und die Tinte besser aufnimmt. Aber es gibt auch spezielles Fotopapier für Laserdrucker, das "brillante Ergebnisse bei der Ausgabe von bildintensiven Dokumenten, Marketingmaterialien und Fotos" liefern soll (Quelle HP Shop). Aber auch mit Fotopapier kommen Laserdrucker nicht an die Qualität von Tintenstrahldruckern heran. Es fehlt diesen einfach an Kontrast, Detailreichtum und Brillanz.

Massendruck von Dokumenten - beide Technologien gut, Laserdrucker aber besser

Die Paradedisziplin eines Laserdruckers ist das massenhafte Drucken von Dokumenten. Sei es die Uni-Hausarbeit, der Geschäftsbericht oder die ausgedruckte Speisekarte im Restaurant: der Laserdrucker meistert diese Aufgabe mit gestochen scharfen Texten und Grafiken. Wer genau hinschaut wird sehen, dass die Kanten der Schriftzeichen bei Tintenstrahldruckern immer etwas faserig wirken. Das liegt in der Natur der Sache: Papier besteht aus Fasern und die flüssige Tinte wird in diese Fasern aufgesogen. Das passiert bei einem Laserdrucker natürlich nicht, denn hier wird Buchstabe für Buchstabe in das Papier hineingebrannt.

Ein weiterer Vorteil eines Laserdrucks ist, dass nach dem Druck nichts Verschmieren kann. Ist die Tinte bei einem Tintenstrahldrucker noch nicht richtig getrocknet, passiert das, was wir alle aus unserer Schulzeit kennen: einmal drüber gewischt und überall auf dem Papier sind Schmierflecken. Zum Ärger der Lehrerin.

Laserdrucke sind im Übrigen beständiger als Tintendrucke, sie blassen also nicht so schnell aus.

Druckkosten: günstiges Drucken mit beiden Technologien möglich

Bei den Kosten muss man ganz genau hinschauen. Ein niedriger Gerätepreis kommt meist mit hohen Unterhaltungskosten für Toner/Tinte einher. Das gilt sowohl bei Laser- als auch Tintenstrahldruckern. Tintenstrahldrucker haben den Vorteil, dass sich Nachfüllsets seit Jahren etabliert haben und man demzufolge günstige Tintenpatronen von Drittherstellern erwerben kann. Nachfüllsets für den Brother MFC J430W, den wir in diesem Artikel getestet haben, für 30 Patronen (Schwarz 12x 30ml, Magenta 6x 20ml, Gelb 6x 20ml, Cyan 6x 20ml) kosten ca. 15 Euro. Nachteil: Nachfülltinte ist nicht immer qualitativ hochwertig und immer mehr Hersteller erschweren den Nachbau von Tintenpatronen.

Toner für Laserdrucker kann man zwar auch selbst nachfüllen, ist aber mit hohen gesundheitsgefährdenden Risiken behaftet. Hier sollte man lieber auf so genannte Refill-Produkte zurückgreifen.

Zusammengefasst: die Kosten sind bei beiden Technologien unterschiedlich, wobei die Tendenz dahingeht, dass Tintenstrahldrucker günstiger in den Unterhaltungskosten sind.

Auswahlkriterien

Wir haben nun einige wichtige Kriterien vorgestellt und die Vor-/Nachteile beider Technologien gegenübergestellt. Doch für welche Technik soll ich mich nun entscheiden? Werfen wir doch einfach einen Blick auf folgende Bewertungsmatrix:

Auswahlkriterien für Laser- oder Tintenstrahldrucker
Laserdrucker Tintenstrahldrucker Unentschieden
WartungX
Fotodruck X
DokumentendruckX
LautstärkeX
GeruchlosX
MaßeX
KostenX
Haltbarkeit der DruckeX
GeschwindigkeitX

Anhand dieser Bewertungsmatrix wird das Bild etwas klarer. Laserdrucker zeichnen sich durch einen geringen Wartungsaufwand, einen gestochen scharfen Dokumentendruck und eine lange Haltbarkeit der Drucke aus.

Wer stattdessen kein klobiges, stinkendes und lautes Gerät zu Hause stehen haben möchte und Wert auf Fotoausdrucke legt, dem sei ein Tintenstrahldrucker ans Herz gelegt.

Fazit

Ein persönliches Schlusswort basierend auf eigenen Erfahrungen in der Praxis: das Hauptargument gegen einen Tintenstrahldrucker und für einen Laserdrucker im Privateinsatz ist das Eintrocknen der Tintenpatronen. Es ist sehr ärgerlich, wenn man nach langer Zeit mal wieder eine Seite in den Druckauftrag schickt und man erst minutenlang mit dem Reinigen der Druckpatrone beschäftigt ist, um abschließend festzustellen, dass nur eine neue Patrone oder sogar ein neuer Druckkopf Abhilfe schafft. Diese eine Manko von Tintenstrahldrucker sorgt dafür, dass man im privaten Bereich die Nutzung eines Laserdruckers inkl. der negativen Eigenschaften (Geruch, Größe, Lautstärke) in Erwägung ziehen sollte.

Wer aber hin- und wieder was druckt, der fährt mit einem Tintenstrahldrucker aus dem mittleren Preissegment besser.