Infos zur Geforce 6200: Bilder, Benchmarks, Technische Daten

Nachdem Nvidia erst mit dem Geforce 6800 für den High-End-Bereich und anschließend mit dem Geforce 6600 für den Massenmarkt für viel Aufsehen erregte, wurde nun im Oktober 2004 der Geforce 6200 offiziell vorgestellt, um auch die Gelegenheitsspieler mit einer DirectX 9-Grafikkarte samt aktuellen Features zu versorgen. Somit ist mit dem Geforce 6200 das bekannte und gerne benutzte "Markt-Trio" bestehend aus Einsteiger-, Mainstream- und High-End-Markt komplett und somit deckt Nvidia mit der neuen Geforce 6xxx-Serie einen großen Käufermarkt ab.

Geforce 6200

Der große Konkurrent ATI verfolgt mit den Modellen Radeon X300/X600 (Einsteigermarkt), Radeon X700 (Mainstream) und Radeon X800 (High-End) dieselbe Strategie. Hier muss man aber Nvidia loben, denn der Geforce 6200 basiert auf der neuen Grafikchip-Serie, wobei der Radeon X300 bzw. X600 lediglich ein leicht modifizierte Radeon 9600 ist, dem Vorgängermodell.

Trotzdem hat man dem Geforce 6200 einige Kastrationen verpasst, um diesen Grafikchip sowohl leistungsfähig als auch preislich von den anderen Modellen der Geforce 6xxx-Serie abzugrenzen. Dieser Grafikchip soll laut Nvidia eine günstige Einstiegsvariante darstellen, dem Usern ein entsprechendes Produkt anbieten zu können, die nur ab und an ein 3D-Game spielen.

Wie im Laufe dieses Artikels deutlich wird, ist der Geforce 6200 nur bedingt für das Spielen tauglich, denn die vielen Einschränkungen lassen diesen Grafikchip gegenüber den anderen Konkurrenzprodukten stark zurückfallen. Wer wirklich mit dem Gedanken spielt, sich eine neue Grafikkarte zu kaufen, um aktuelle Spiele wie Doom III, Half Life 2, etc. zu spielen, ohne auf Grafikqualität und ruckelfreies Spielen verzichten zu müssen, der sollte lieber ein paar Euro mehr investieren.

Technische Details

Die Geforce 6200 ist keine Neuentwicklung, sondern basiert auf dem Geforce 6600 alias NV43. So gut wie alle technischen Details kennt man bereits vom Geforce 6600 wie die 146 Millionen Transistoren, die 0,11µm Bauweise und der Chiptakt von 300 Mhz. Diese wichtigen Eigenschaften stimmen mit dem Geforce 6600 überein und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass Nvidia den Geforce 6200 ebenfalls NV43 nennt. Doch es wäre zu schön, um wahr zu sein, dass Nvidia ein und dasselbe Modell mit möglicherweise niedrigerem Speichertakt auf den Markt bringt.

Nvidia hat den Geforce 6200 stark eingeschränkt. So wurden vier von den acht Pixelpipelines deaktiviert, so dass der Geforce 6200 Texturen nur mit vier Pixelpipelines rendert.

Interessant für Overclocker ist die Tatsache, dass Nvidia eine von den beiden Quadpipes (das sind die vier Pixelpipelines) nur deaktiviert hat, diese aber physisch auf dem Grafikboard vorhanden sind. Somit ist es nur eine Frage der Zeit, bis erste Tüftler eine Möglichkeit gefunden haben, die restlichen Pipelines freizuschalten. Die anderen Besitzer einer Geforce 6200 müssen sich mit dieser starken Leistungseinschränkung zufrieden geben. Aus Sicht Nvidias lohnt sich die Geforce 6200, denn so können NV43-Grafikchips, die ursprünglich als Geforce 6600 geplant wurden und einen defekt in einer der beiden Quadpipes vorweisen, als Geforce 6200 verkauft werden. Defekte NV43-Grafikchips müssen daher nicht zwingend weggeworfen werden.

Geforce 6200

Der Geforce 6200 basiert auf dem Geforce 6600.

Von Seiten der Hardware war dies auch schon die einzige bedeutende Einschränkung, denn die Speicheranbindung beträgt genau wie beim Geforce 6600 128 Bit. Zwar besitzen alle aktuellen High-End-Grafikkarten eine doppelt so breite 256 Bit-Speicheranbindung, aber von einem Einstiegsmodell kann man nicht mehr erwarten. Trotzdem sollte man vorsichtig sein, denn es wird auch Hersteller geben, welche die Geforce 6200 mit einem 64 Bit-Interface verkaufen, um den Preis nochmals zu senken. Diese Modelle sind für 3D-Spiele so gut wie gar nicht zu gebrauchen, denn gerade der Speicherdurchsatz ist oftmals der Flaschenhals in aktuellen 3D-Spielen.

6200 6600 6600GT 6800 6800 GT
Codename NV43 NV43 NV43 NV40 NV40
Herstellung 0.11 0.11 0.11 0.13 0.13
Transistoren 146 Mio 146 Mio 146 Mio 220 Mio 220 Mio
Pipelines 4 8 8 12 16
TMUs/Pipe 1 1 1 1 1
Chiptakt 300 300 500 325 350
Fillrate (Megapixels) 1200 2400 4000 3900 5600
Speicherinterface 128-bit 128-bit 128-bit 256-bit 256-bit
Speichergröße 128+ 128+ 128 128 256
SLI-Fähig Nein Nein Ja Ja Ja

Einen weiteren Einschnitt hat Nvidia der Geforce 6200 bei den technischen Features verpasst. So unterstützt sie kein Z- und Color-Compression, so dass Tiefen- und Farbinformationen unkomprimiert durch die verschiedenen Bereiche der Grafikkarte geschoben werden, was sich negativ auf den Speicherdurchsatz und somit auch negativ auf die Gesamtperformance auswirken. Des Weiteren bietet die Geforce 6200 keine Unterstützung für Floatingpoint-Texturfilterung und Floatingpoint-Alphablending. Leider unterstützt die Geforce 6200 auch kein SLI, man kann also nicht zwei Grafikkarten in einem System betreiben.

Geforce 6200

Referenzmodell des Geforce 6200

 

Die Taktraten liegen im Vergleich zu den anderen Produkten der Geforce 6xxx-Serie eher im unteren Mittelfeld. Zwar liegt der Chiptakt mit 300 Mhz gleichauf mit der Geforce 6600, aber der Speichertakt ist mit 500 Mhz DDR niedrig. Wie bereits in diesem Artikel erwähnt wurde, ist der Speicherdurchsatz sehr wichtig, was die Geforce 6200 wieder deutlich ins Hintreffen bringt. Selbst eine Geforce 6600 GT kann hier mit einem Speichertakt von 1000 Mhz auftrumpfen. Grund dafür ist, dass die Geforce 6200 nicht mit DDR-3-Speicher bestückt wird, sondern lediglich mit herkömmlichen DDR-1.

Technische Überblick

  • Geforce FX 6200
  • Erschienen Ende Oktober 2004
  • Codename NV43
  • Transistoren: 146 Mio
  • Modelle: Geforce 6200
  • Chiptakt: 300
  • Speichertakt: 500
  • Pixelpipelines: 4
  • Shader-Version: 3.0
  • Direct X Version: 9c
  • Speicherinterface: 128 Bit
  • Herstellung: 0,11µm