Infos zur Geforce 6200 TC: Bilder, Benchmarks, Technische Daten

Geforce 6200 TC TurboCache Ende des Jahres 2004 hat Nvidia die Geforce 6xxx-Serie veröffentlicht. Wie es in den letzten Jahren die Regel war, brachte man für jeden der drei großen Abnehmermärkte (Einsteiger-, Mainstream- und High-End-Markt) einen neuen Grafikchip auf dem Markt. Den Spielefanatiker, der sich nicht zu schade dafür ist, den einen oder anderen Euro mehr auszugeben, sollen die Geforce 6800-Karten zufriedenstellen. Für den sparsamen Spieler hat Nvidia die Mainstream-Karte Geforce 6600 veröffentlicht und für den hartumkämpften Einsteigermarkt kommt die Geforce 6200 zum Einsatz.

Anfang des Jahres 2005 rührte Nvidia erneut die Werbetrommel und stattete die Geforce 6200 mit dem laut Nvidia "systemoptimierenden Turbo Cache" aus, welcher anscheinend auch Einsteigerkarten zu leistungsfähigen Grafikkarten aufsteigen lässt. Wer das erste Mal den Begriff "TurboCache" liest, der wird diesen Begriff mit optimierten Speicher, schnellerer Performance oder ähnlichem in Verbindung setzen. Auf jeden Fall folgt normalerweise aus diesem Begriff die Schlussfolgerung, dass eine Geforce 6200 TC (TurboCache) schneller sein müsste als eine Geforce 6200. Normalerweise...!



Schaut man sich aber einmal die Details zu diesem Turbo Cache an, so merkt man schnell, dass Nvidia wieder einmal an der alten Marketingstrategie festhält und mit aller Macht versucht, die Produkte an den Mann zu bekommen. Dass dabei der Endkunde in die Irre geführt wird und regelrecht belogen wird, scheint Nvidia dabei egal zu sein. Hierbei möchte aber erwähnt sein, dass der Konkurrent ATI keineswegs besser ist!

Was bedeutet Turbo Cache?

Wenn man sich einmal die Rahmenbedingungen betrachtet, sollte der Turbo Cache in Verbindung mit der Geforce 6200 direkt misstrauisch machen. Wir haben eine absolute Einsteigerkarte, welche bereits technologisch stark eingeschränkt ist, um möglichst günstig angeboten zu werden. Die Leistung ist dementsprechend schlecht, so dass eine Geforce 6200 lediglich für den Heimanwender geeignet ist, der wenig spielt und sich mit kleinen Auslösungen und geringen Details zufrieden gibt. Warum sollte Nvidia einer solch schwachbrüstigen Grafikkarte mehr Leistung verleihen? Im Einsteigermarkt zählt einzig und allein der Preis und der muss niedrig sein.

Mit TurboCache versucht Nvidia, seine Grafikkarten noch günstiger anzubieten. Mit TurboCache vermarktet Nvidia eine Kombination aus eigenem Grafikspeicher und Shared Memory. So kommen in den Geforce 6200 TC Grafikkarten lediglich 32 bzw. 64 MB eigener Grafikspeicher zum Einsatz, was in einer Zeit, wo Grafikkarten 128, 256 und mittlerweile sogar 512 MB Grafikspeicher besitzen, zu wenig ist, denn aktuelle Spiele sind längst für 128 MB Grafikkarten optimiert.


Um den fehlenden Speicher zu kompensieren, wird sich einfach ein Teil des Hauptspeichers genommen, was man oftmals in günstigen Notebook-Systemen sieht, welche so genannte Shared Memory-Karten besitzen. Jetzt wird sich der eine oder andere sicherlich denken: "In Verbindung mit dem schnellem PCI-Express-Bus dürfte die Grafikkarte doch eine gute Performance bieten!". Dem ist leider nicht so, denn PCI-Express hat zwar höhere Durchsatzraten als die AGP-Schnittstelle, trotzdem ist ein auf der Grafikkarte verbauter Speicher mindestens 10 mal so schnell wie das Auslagern auf den Hauptspeicher.


Die Kombination aus weniger Grafikspeicher und Shared Memory ist die eine Sache, die andere ist das Speicherinterface. Ist die Speicherbandbreite nicht schon genug eingeschränkt, so kommt nun noch zusätzlich hinzu, dass die Geforce 6200 TC-Karten mit einem 64 Bit und bei einem Modell sogar nur mit einem 32 Bit breiten Speicherbus versehen wurden. Das setzt dem Ganzen die Krone auf und man kann getrost von einer absoluten Frechheit seitens Nvidia sprechen, diese Karten noch mit einem positiv klingenden Zusatz "TurboCache" zu versehen! Man muss Jahre in die Vergangenheit schauen, um eine Grafikkarte mit einem 32 Bit-Interface zu finden. Selbst eine TNT 2 aus dem Jahre 1999 hatte bereits eine 128 Bit-Anbindung.

Technische Details

Anders als die herkömmliche Geforce 6200, welche auf einen kastrierten NV43 basiert, wird in den Turbo-Cache-Varianten der NV44 verbaut. Dieser verfügt lediglich über vier Pixelpipelines, drei Vertex-Shader und zwei Raster Operation Pipes. Bei letzterem muss sich die Turbo-Cache-Version mit einer weiteren Einschränkung im Vergleich zur normalen Geforce 6200 zufrieden geben, denn diese verfügt über vier Raster Operation Pipes. Dies wirkt sich stark auf die Geschwindigkeit der Speicherzugriffe aus.

GF 6200 16-TC/128MB GF 6200 32-TC/128MB GF 6200 64-TC/256MB
Eigener Speicher 16 MB 32 MB 64 MB
Max. Shared 112 MB 96 MB 192 MB
Gesamt 128 MB 128 MB 256 MB
Interface 32 Bit 64 Bit 64 Bit
Chiptakt 350 Mhz 350 Mhz 350 Mhz
Speichertakt 700 Mhz (DDR) 700 Mhz (DDR) 550 Mhz (DDR)


In dem Nvidia-Treiber wurde TCM (TurboCache Manager) implementiert. Dieser sorgt dafür, dass der fehlende Speicher der Geforce 6200 TC vom Arbeitsspeicher bezogen wird. Der Anwender hat keine Einsicht, wieviel Grafikspeicher wirklich auf der Grafikkarte verbaut wurde, denn das System meldet lediglich den Gesamtspeicher (also inklusive SharedMemory). Als Vorraussetzung für eine Geforce 6200 TC Grafikkarte empfiehlt Nvidia einen Arbeitsspeicher in der Größe von mindestens 512 MB.

Eine der wenigen erfreulichen Features des Geforce 6200 TC ist die hardwareseitige Unterstützung von DirectX 9c, also die Implementierung von Shader 3.0. Kaum ein Grafikchip in dieser Preisregion kann DirectX 9c vorweisen. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob sich dieses Feature bei einem solch schwachen Grafikchip lohnt.

Die ganzen Einschränkungen des NV44-Chips spiegeln sich in der Anzahl der in 0,11µm hergestellten Transistoren wider. Besitzt eine normale Geforce 6200 rund 143 Mio. Transistoren, so hat die Turbo-Cache-Version gerade einmal 75 Mio. Der Große Unterschied erklärt sich auch deswegen, weil die herkömmliche Geforce 6200 eigentlich eine Geforce 6600 ist, bei der bestimmte Teile einfach deaktiviert wurden. Trotzdem sind 75 Mio. Transistoren sehr wenig, wenn man bedenkt, dass eine Geforce 6800 stolze 222 Mio. besitzt.

Technische Übersicht

  • Veröffentlicht Februar 2005
  • Technologie: 0,11 µm
  • 75 Mio. Transistoren
  • Chiptakt: 350 Mhz
  • 4 Pixel Pipelines
  • 2 Raster Operation Pipes
  • 3 Vertexshader
  • Speichertakt: 700 Mhz DDR (TC16 und TC32), 550 Mhz (TC64)
  • 32 bzw. 64-Bit-Speicherbus
  • DirectX: 9c
  • Shader: 3.0
  • RAMDAC: 400 Mhz

Benchmarks

Far Cry 1024x786x32

Geforce 6200
 39,6
Geforce 6200 TC
 21,9
Geforce 5200 Ultra
 14,6

In dem Ego-Shooter kann die Turbo-Cache-Variante den Vorgänger zwar deutlich abhängen, doch im Vergleich zur herkömmlichen klafft die Wunde richtig auf. Die Geforce 6200 ist fast doppelt so schnell.

Doom III 1024x786x32

Geforce 6200
 40,8
Geforce 6200 TC
 17,5
Geforce 5200 Ultra
 13,0

Bei Doom III zeigt sich das Bild noch viel deutlicher: Hier orientiert sich die Turbo-Cache-Version eher an der FX 5200 Ultra als zur Geforce 6200. Letztere hängt beide Karten deutlich ab!

FHalf Life 2 1024x786x32

Geforce 6200
 15,9
Geforce 6200 TC
 17,6
Geforce 5200 Ultra
 3,6

In Half Life 2 zeigt sich überraschenderweise ein anderes Bild und die Geforce 6200 TC konnte ihrem TurboCache ein wenig gerecht werden. Alles in allem zeigt sich aber, dass man lieber die Finger von einer solchen Karte lassen sollte.