Das Samsung NP530U3C A0LDE Ultrabook ist eine Variante der aktuellen Samsung 5 Ultra-Serie, welches bereits in diesem Artikel ausführlich getestet und vorgestellt wurde. Die verbauten Komponenten wie Intel Core i7 3517U, 8 GB RAM oder 128 GB SSD schlugen sich unter Windows 8 sehr gut und selbst aufwendige Bildbearbeitung mit 24 MP RAW-Dateien einer Nikon D5200 sind problemlos möglich. Nun wird es Zeit, das Samsung Ultrabook im Einsatz mit Linux unter die Lupe zu nehmen, denn standardmäßig werkelt Windows 8 als Betriebssystem unter der Haube. Oftmals sind viele Eigenschaften und Features für Windows optimiert und Linux-Anwender schauen vorerst in die Röhre. Ihnen bleibt zu hoffen, dass mit einem der nächsten Kernel- oder Software-Updates das fehlende Feature unterstützt wird. Es ist demzufolge immer ein kleines Glücksspiel, wie gut die Hardware (wie beispielsweise die des Samsung NP530U3C Ultrabooks) unterstützt wird.
Ubuntu 13 Installation auf einem Samsung NP530U3C A0LDE - Ultrabook
Damit es nicht beim Glücksspiel bleibt und PC-Erfahrung.de nicht in Konkurrenz mit großen Lotto-Gesellschaften tritt, wird in diesem Artikel die Installation der Linux-Distribution Ubuntu in der Version 13.04 erläutert. Vorweg sei gesagt, dass im Großen und Ganzen die Hardware unterstützt wird und Linux flott zu Werke geht. Bis auf wenige Ausnahmen (bsp. das Power Management) und Vorbereitungen (bsp. Security Boot) verlief die Ubuntu-Installation und der Betrieb reibungslos.
Bevor sich das Samsung Ultrabook überreden lässt, von irgendeinem anderen Medium außer der "heiligen" Windows 8 Installation zu booten, müssen im Bios / UEFI einige Einstellungen vorgenommen werden. Dazu startet man das Samsung NP530U3C Ultrabook und drückt unmittelbar die F2-Taste, um ins BIOS/UEFI zu gelangen. Zum einen muss die Boot-Option Secure Boot deaktiviert werden und der Eintrag OS Mode Selection für CSM aktiviert werden. Diese Einstellungen findet man unterhalb der Registerkarte Boot. Im nächsten Schritt deaktiviert man abschließend die Option Fast BIOS Mode und ab diesem Punkt bootet das Samsung Ultrabook auch von anderen Medien wie USB, Festplatte oder CD/DVD-Laufwerk.
Installation ohne CD/DVD-Laufwerk? Kein Problem! Auch wenn im Samsung NP530U3C Ultrabook kein optisches Laufwerk verbaut ist, kann man Betriebssysteme wie Windows bzw. Linux installieren oder andere Live-CDs booten. Entweder man verwendet ein externes Laufwerk oder erstellt einen bootfähigen USB-Stick.
Ubuntu 13.04 (64 Bit) wurde für die Installation verwendet.
Das Booten vom USB-Stick verlief problemlos.
Für diese Ubuntu 13.04 Installation wurden folgende Schritte durchgeführt:
Der erste optische und visuelle Eindruck nach der Installation von Ubuntu war positiv. Komplett gegenteilig war der erste Eindruck unter Windows 8, was in dem ersten Review ausgiebig erklärt wurde. Der Gnome Windows Manager und Farbgestaltung unter Ubuntu 13.04 sorgen für eine ganz andere Wahrnehmung. Sie ist wesentlich besser, die Fenster und Dialoge wirken sauber und die Schrift gewohnt scharf. Die beschriebenen Probleme über das matte Display (Pixelrauschen, IPS-Kristalleffekt, kantige Schrift) sind unter Ubuntu deutlich weniger sichtbar, obwohl ein und dasselbe Display verbaut ist. Es macht also eine Menge aus, wie die Farbgestaltung, verwendete Schriftart oder Kantenglättung durch das Betriebssystem umgesetzt werden. Unter Windows 8 war bereits ein großer Unterschied zwischen dem Internet Explorer und Googles Chrome zu sehen. Der IE verwendet eine andere Schriftart als Chrome, so dass Webseiten teilweise nicht mehr ansehbar waren. Es ist schon wirklich verwunderlich, dass die offensichtlichen Probleme von Microsoft nicht erkannt werden. Hier fährt man die Tablet-PC und Smartphone-Schiene konsequent durch, ohne Rücksicht auf die Notebook- und Desktop-Anwender zu nehmen. Fakt ist nun einmal, dass zum Stand heute die Displays in TFT-Monitoren und Notebooks nicht annähernd so hochauflösend sind wie in Tablet-PCs oder Smartphones.
Es mag sein, dass die hier geäußerte Meinung sehr subjektiv und übertrieben ist. Vielleicht ist es auch fehlendes Wissen oder eine falsche Einstellung unter Windows. Trotzdem liegen die Fakten auf der Hand: unter Windows 8 konnte selbst nach ausgiebiger Recherche, Monitor-Kalibrierung oder Schriftoptimierungen (Stichwort ClearType) nicht die Darstellungsqualität erreicht werden, wie man sie unter Ubuntu unmittelbar nach der Installation erhält.
Ein Notebook besteht nicht nur aus einem Display und somit kommen wir zur allgemeinen Hardware-Unterstützung, die nahezu vollständig ist. Persönlich war die Frage nach dem Touchpad von höherem Prämisse, ob die nützliche 2-Finger-Gestik zum Scrollen funktioniert. Man muss diese zwar erst in den Einstellungen aktivieren, aber es klappt. Webseiten anzusurfen geht nun ohne Bildlauf- oder Leertaste.
Auch die andere Hardware im Samsung Ultrabook funktionieren von Beginn an. Die WLAN-Karte konnte schon bei der Installation verwendet werden, um sofort im Internet nach aktuellen Updates zu suchen. Auch das Bluetooth-Modul läuft beanstandungslos.
Für Hobbyfotografen ist auch der integrierte MicroSD-Speicherkartenslot interessant, um die Bilder von der Digitalkamera oder Spiegelreflexkamera auf den Rechner zu kopieren. In diesem Test wurde die Sandisk 32 GB 45MB/s sofort erkannt und die Kopier-Geschwindigkeit entspricht der Leistung unter Windows.
Als weiterer Test wurde das Google-Hangout-Plugin für Firefox installiert, um die integrierte Webcam auszuprobieren. Ich wiederhole mich nur ungern, aber auch an dieser Stelle gab es nichts zu beanstanden: die Webcam... läuft!
Genug mit den Lobeshymnen, kein Produkt oder Betriebssystem ist perfekt und das gilt auch für Ubuntu. Das Powermanagement, sprich die Verwaltung der Stromsparmechanismen, ist eher suboptimal. Unter Windows 8 läuft das Samsung NP530U3C A0LDE nahezu lautlos. Surfen im Internet oder das einfache Office-Arbeiten sorgen für wenig Auslastung, der Prozessor darf vor sich hinschlummern und erzeugt dadurch kaum Abwärme.
Anders ist es unter Ubuntu 13.04: das Powermanagement funktioniert prinzipiell und man kann wie von Windows her bekannt festlegen, ob das Profil eher energiesparend oder leistungsstark sein soll. Das Problem ist eine kontinuierliche Grundlast, so dass der Prozessor nie richtig zur Ruhe kommt. Abhilfe schafft man, indem man den Prozessortakt des Intel Core i7 3517U auf den minimalen Wert (770-800 MHz) festlegt. Der Lüfter heult anschließend nicht mehr so stark auf. Der Nachteil: wenn kurzfristig CPU-Power benötigt wird, kann diese nicht abgerufen werden. Für diesen Fall würde man ein ausgewogenes Leistungsprofil festlegen, was aber unter Ubuntu aufgrund hohen Grundauslastung nicht möglich ist.
Alles in allem ist das Powermanagement unter Ubuntu nicht zufriedenstellend. Hier ist Optimierungsmaßnahmen erforderlich, um die Stille unter Windows 8 genießen zu dürfen. Sehr schade ist, dass die "Flüsterleise"-Funktionstaste nicht funktioniert, mit der man das Samsung Ultrabook in einen extremen Stromsparmodus versetzt, indem der Lüfter teilweise komplett abgestellt wird.
Schauen wir uns die Bildbearbeitung an und bearbeiten mit GIMP die JPG-Dateien aus der Nikon D5200 Spiegelreflexkamera. Die Geschwindigkeit ist flott und die Bearbeitung der Bilder zügig. Auffällig ist, dass nur ein Kern der Intel CPU belastet wird. Nicht ohne Grund setzen Prozessorhersteller den so genannten Turboboost ein: der Core i7 taktet sich beim Rechnen ständig über die 1,9 auf maximal 2,4 GHz hoch.
Das abschließende Resümee ist positiv. Wer eine Linux-Distribution wie Ubuntu auf einem Samsung NP530U3C A0LDE betreiben möchte, kann dies bedenkenlos tun. Die verbaute Hardware wird unterstützt und kann ohne Einschränkungen genutzt werden. Positiv zu erwähnen ist die optische Darstellung und das Farbmanagement von Ubuntu, welches die Nachteile des matten Displays nahezu vergessen machen.
Der größte Minuspunkt stellt das Powermanagement unter Ubuntu dar: das Samsung Ultrabook ist nicht annähernd so leise wie im Betrieb mit Windows 8.