WLAN-Multifunktionsdrucker: Vorteile und Nachteile

In einem Haushalt existieren ähnlich wie in einem Großraumbüro mittlerweile mehrere Computer-Systeme. Vom klassischen Desktop-PC über das Notebook bis hin zum Tablet-PC haben alle dasselbe Ziel, wenn etwas aus der digitalen Welt zu Papier gebracht oder (umgekehrt) Dokumente digitalisiert werden sollen: Drucken, Scannen und ggf. Kopieren! Und das alles mit möglichst geringem Aufwand. Besitzer eines alten Druckers, der lediglich per Drucker- oder USB-Kabel in Betrieb genommen wird, kennen das leidige Problem, dass nur ein einziger PC den Drucker verwenden kann oder dieser den Drucker im Netzwerk freigeben muss. Letzteres erfordert bei jedem Druckvorgang, dass der PC eingeschaltet ist. Viele stöpseln daher das Druckerkabel um, was auf Dauer ziemlich nervig ist. 

WLAN-Multifunktionsdrucker

Wie gut, dass es mittlerweile WLAN-Drucker und -Multifunktionsgeräte gibt, die ein eigenständiges "Leben" besitzen und sich mit dem Netzwerk verbinden. Am heimischen WLAN-Router, der mittlerweile mit jedem DSL-Anschluss mitgeliefert wird, verbindet sich der Drucker mit dem Heimnetzwerk, so dass alle Teilnehmer diesen bequem nutzen können. Dadurch entstehen mindestens zwei Vorteile, die der ambitionierte Innenraum-Dekorateur zu schätzen weiß. Einerseits entfällt das Drucker-Kabel, andererseits kann der WLAN-Drucker an einem beliebigen Platz in der Wohnung positioniert werden. Voraussetzung ist lediglich eine Steckdose für Strom.

Vorteile eines WLAN-Druckers bzw. -Multifunktionsgerätes
Vorteile eines WLAN-Druckers bzw. -Multifunktionsgerätes:
alle Netzwerk-Teilnehmer können über den WLAN-Accesspoint auf das Gerät zugreifen

Drucker ist nicht gleich Drucker und zu der Zeit der ersten WLAN-Drucker musste sich der Anwender mit vielen Kinderkrankheiten herumschlagen. Wer ernsthaft überlegt, sich einen neuen Multifunktionsdrucker anzuschaffen, sollte die Anforderungen möglichst genau definieren. Diese sollten aber nicht nur technische, sondern auch wirtschaftliche Aspekte beinhalten. Ein WLAN-Drucker, der als multifunktionale Druck-, Kopier- und Fax-Station dienen soll, sollte die folgenden Punkte erfüllen:

  • Gemeinsamer Zugriff über das (WLAN)-Netzwerk
  • Einfache Integration in das Netzwerk und Client-Installation.
  • Stabiler Betrieb und einfache Handhabung.
  • Gute Druck- und Scan-Qualität.
  • Geringe Wartungs- und Betriebskosten (Tinte, Toner, Wartung).
  • Standard-Funktionen Drucken, Kopieren, Scannen, und Faxen.
  • Optimal: Einzugscanner, so dass mehrere Blätter gleichzeitig kopiert oder eingescannt werden können.

Nach diesen Kriterien wurde ein Brother MFC J430W angeschafft, der seinen Dienst in einem Großraumbüro zufriedenstellend leistet. Wie einfach die Installation und Nutzung heutzutage geworden ist, soll dieser Artikel zeigen.

Installation

Der Brother MFC J430W lässt sich wie viele andere WLAN-Drucker einfach ein das heimische Netzwerk integrieren. Dabei agiert der Brother-Drucker wie ein Notebook, Smartphone oder Tablet im Netzwerk: Drucker einschalten, WLAN-Einstellungen öffnen, Netzwerk (SSID) auswählen und speichern. That's it! Detaillierte Informationen zur WLAN-Konfiguration findet man hier.

Ist der Drucker im Netzwerk angebunden, werden anschließend die Drucker-Treiber und -Software auf dem jeweiligen PC installiert. Die Installation unterscheidet sich nur in wenigen Punkten im Vergleich zu einer herkömmlichen Drucker-Installation via USB-Kabel. Zum einen wird als Anschluss nicht der USB-Port, sondern die WLAN-Schnittstelle ausgewählt. Wichtig hierbei ist, dass keine Firewall den Zugriff auf den Drucker verhindert. Auf diesen wichtigen Punkt wird man während der Treiberinstallation hingewiesen und kann die benötigte Freischaltung direkt einrichten.

Client-Installation: Drahtlose Netzwerkverbindung.
Client-Installation: Drahtlose Netzwerkverbindung.
Netzwerktreiber
Gewünschte Brother Software auswählen. Netzwerktreiber sind Pflicht.
Die nützliche Scannertaste für das direkte Scannen über WLAN.
Die nützliche Scannertaste für das direkte Scannen über WLAN.
Scanner-Taste benennen.
Scanner-Taste benennen.
Der WLAN-Drucker wurde im Netzwerk gefunden.
Der WLAN-Drucker wurde im Netzwerk gefunden.

Drucken, Scannen und Faxen über WLAN

Der Brother Drucker bzw. Scanner ist im Netzwerk eingebunden, der Treiber auf dem Rechner installiert und wie drucke geschweige scanne ich nun? Drucken erfolgt wie gewohnt und ein Blick in die Systemsteuerung - Drucker zeigt den Brother MFC W430J an. Dieser steht automatisch allen Anwendungen wie Word oder PDF zur Verfügung. So viele Vorteile ein WLAN-Multifunktionsdrucker mit sich bringt, einen wichtigen Nachteil wird an dieser Stelle aber deutlich: hat der Rechner Verbindungsprobleme mit dem WLAN-Netzwerk (bsp. schlechte Funkverbindung), kann auch nicht gedruckt werden. Gleiches gilt für die Übertragungsgeschwindigkeit. Vor allem große Dokumente brauchen etwas länger, bis sie vollständig zum Drucker übertragen wurden. In der Regel sind aber in der Praxis kaum Geschwindigkeitsnachteile wahrnehmbar.

Für das Scannen gibt es zwei Möglichkeiten: über die PC-Software oder über die Scan-Taste am Brother, sofern diese bei der Installation eingerichtet wurde. Beschreiben wir zuerst das Scannen über die PC-Software Control Center. Wer viele Einstellungsmöglichkeiten beim Scannen benötigt, sollte die Scanner Software verwenden. Diese funktioniert wie klassische Scanner-Software und lässt viele Einstellungsmöglichkeiten (Dateiformat, Scan-Qualität usw.) zu. Nachteilig ist der höhere "Laufweg", da man zuerst das Dokument einlegt, anschließend am PC den Scanvorgang anstößt, um dann das Dokument wieder abzuholen.

Diese Laufwege erspart man sich, wenn man seinen PC als Scanner-Taste am Brother MFC J430W registriert. In diesem Fall erkennt das Brother-Gerät den PC und kopiert das eingescannte Dokument direkt in die Eigene Dateien des PCs. D.h. der Anwender muss nur einmal Laufen: man geht zum WLAN-Drucker, legt das Dokument ein, drückt auf die Scannen-Taste und wartet auf den Abschluss des Scanvorgangs, um es dann am PC vorzufinden.

Control Center: Scannen, Drucken und Faxen über WLAN
Control Center: hierüber kann der PC über das (WLAN)-Netzwerk Scannen, Drucken und Faxen.
Scanner-Menü für den Brother MFC J430W
Das bekannte Scanner-Menü für den Brother MFC J430W.
Testseite via Scanner-Taste
Eingescannte Testseite über die Scanner-Taste.
Scanner-Taste
So sieht die Scanner-Taste am Drucker aus: wählt man den PC aus, landet das Dokument wie von Geisterhand über das WLAN-Netzwerk auf den PC.

Einzugscanner (ADF), Drucken und Faxen

Werfen wir einen genauen Blick auf die Brother WLAN-Multifunktionsstation. Das Gerät ist relativ kompakt und nimmt nicht so viel Platz wie ein Farblaser-Drucker ein, der auch noch scannen kann. Auch optisch ist der Brother MFC J430W ansehnlich und lässt sich mit seine schlichten Schwarz-Optik gut in die Wohnung oder das Großraumbüro integrieren.

Brother MFC J430W WLAN-Multifunktionsdrucker (Scannen, Faxen, Drucken)
Brother MFC J430W WLAN-Multifunktionsdrucker
(Scannen, Faxen, Drucken)

Bei einem Drucker interessiert uns weniger das Aussehen, sondern vielmehr die Funktionalität. Bei einer Kopierstation ist ein ADF-Einzug sehr zu empfehlen, da hierdurch ein Stapel Dokumente gleichzeitig verarbeitet werden können. Man stelle sich vor, man müsse bei jedem Scan-Vorgang, jeder Kopie oder Fax die Dokumente einzeln auf den Flachbett-Scanner legen. Kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven. Besser bedient ist man mit einem ADF-Einzug, der mühselige Arbeit abnimmt.

Einzugscanner (ADF) zum Einscannen mehrerer Seiten
Praktisch: Einzugscanner (ADF) zum Einscannen mehrerer Seiten

Günstiger Druck durch austauschbare Einzelpatronen ohne Druckkopf

Zu Beginn dieses Artikels wurde der Punkt Kostenfaktor angesprochen. Bei Druckern ist in der Regel der Anschaffungspreis relativ niedrig. Vielmehr langen die Druckerhersteller bei den Ersatz-Patronen zu. Ein Blick auf den Drucker-Spezialisten HQ-Patronen.de zeigt die enormen Preisunterschiede bei Druckerpatronen, die bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollten. Zwar können Tintenpatronen nachgefüllt werden, aber gerade bei Patronen mit integrierten Druckkopf lässt die Qualität schnell nach. Wer bei einem WLAN-Drucker nicht mit hohen Folgekosten rechnen möchte, der sollte folgende beiden Punkte beachten:

  • Die Tintenpatronen sollten einzeln pro Farbe gewechselt werden können. Farben werden so gezielt ausgetauscht.
  • Die Druckköpfe sollten im Drucker und nicht in den Patronen integriert sein. Das macht die Tintenpatronen günstiger.

Beide Kriterien erfüllt der WLAN-Drucker Brother MFC J430W. Folgendes Bild zeigt die einzelnen Farbpatronen:

Günstige Druckkosten durch einzelne Tintenpatronen
Die Tintenpatronen können einzeln getauscht werden,
was für günstige Druckkosten sorgt

Etwas schwer zu erkennen sind die Druckköpfe, die im Drucker integriert sind und nicht bei jedem Patronen-Wechsel mitgetauscht werden. In der Praxis heißt dies, dass wie bei einem Füller lediglich die Farbe erneuert wird. Im Alltag hat sich gezeigt, dass der Drucker auch mal mehrere Tage bis Wochen unbenutzt verweilen kann, ohne dass die Druckköpfe eintrocknen.

Integrierte Druckköpfe im Brother MFC J430W
Integrierte Druckköpfe im Brother MFC J430W.
Dadurch sind die Ersatz-Patronen sehr günstig.

Fazit

Lohnt sich der Kauf eines WLAN-Druckers mit Scanfunktion? Ein klares Ja, denn die Technik ist mittlerweile ausgereift und läuft absolut stabil. Der Anwender kommt in den Genuß vieler Vorteile im Vergleich zu einem herkömmlichen kabelgebundenen Drucker: er kann den Drucker frei in der Wohnung platzieren (in der Reichweite des WLAN-Netzwerkes), alle Netzwerk-Teilnehmer können den Drucker bzw. Scanner nutzen und es entfällt das lästige Kabel. Werden noch allgemeine Tipps wie Typ der Tintenpatrone oder der ADF-Einzug berücksichtigt, wird man einen nützlichen und soliden Partner an seiner Seite haben.

PRO CONTRA
  • Freie Platzierung des WLAN-Druckers in der Wohnung
  • Druckerkabel entfällt
  • Alle Teilnehmer im Netzwerk können scannen, faxen und drucken
  • Einfache Installation und In-Betriebnahme
  • Bei Netzwerkproblemen kann nicht gedruckt werden.
  • Bei schwacher WLAN-Verbindung dauert die Datenübertragung länger.