Infos, Bilder, Benchmarks zur XGI Volari V8

Nvidia und ATI dominieren den Grafikkartenmarkt souverän und es schien auch so, dass sich daran nichts ändern wird. Der technische Vorsprung ist einfach zu groß und die Produktnamen sind einfach zu fest in den Köpfen der Verbraucher eingebrannt, so dass Drittanbieter nur eine kleine Rolle im Grafikkartengeschäft spielen. Wie schwer es sein kann, im Grafikkartenmarkt Fuß zu fassen, sah man in der jungen Vergangenheit bei Matrox, die mit der Parhelia 512 in der oberen Grafikchip-Liga mitspielen wollten und eine ernsthafte Konkurrenz darstellen wollten. Doch der erwünschte Erfolg blieb aus und den beiden großen Herstellern wurde nicht wirklich geschadet.

Doch nun wagt sich doch wieder ein Unbekannter in das 3D-Geschäft einzusteigen, um ordentlich Wirbel zu verursachen. Bereits zur Cebit 2003 stellte die SiS-Tochterfirma XGI die neuen Volari-Grafikchips vor, was für einiges Aufsehen sorgte. Doch als der für Sommer 2003 angekündigte Grafikchip doch nicht erschien, zweifelten die ersten Kritiker an der Durchschlagskraft der neuen Volarie-Serie, denn durch das späte Einführen würde man schließlich kostbare Zeit zu Gunsten von ATI und Nvidia verlieren. Doch die Techniker von XGI nutzten die Zeit im dritten und vierten Quartal, um die Volari-Serie noch weiter zu verbessern.

XGI hat sich viel vorgenommen. Die unter dem Namen Xabre bekannte Grafikabteilung von SIS wurde im März 2003 vom Mutterkonzern abgetrennt und erhielt den neuen Namen XGI (eXtreme Graphics Innovation). Nur wenige Monate später erwarb XGI die Grafikabteilung von Trident. Im Hintergrund munkelt man von einigen starken Investoren, wie beispielsweise die Chipschmiede UMC, die Ende letzten Jahres eine strategische Partnerschaft mit SIS einging. XGI möchte im Jahr 2005 in die Gewinnzone steuern und peilt eine weltweite Marktführerschaft als Grafikchip-Lieferant für das Jahr 2007 an. Ob XGI dieses Ziel tatsächlich erreicht und gegen die fest etablierten Technologieführer ATI und NVIDIA bei Add-On-Grafikkarten ankommt, ist ungewiss.

 
Konkurrenz für Nvidia und ATI - XGI will den Grafikkartenmarkt aufmischen

Pünktlich zum Vorweihnachtsgeschäft kommen nun auch die ersten XGI Volari-Karten in die Händlerregale. Insgesamt hat XGI drei neue Grafikchips entwickelt, den Volari V3, Volari V5 und Volari V8, wobei aber zuerst nur Grafikkarten mit dem schnellsten Grafikchip (V8) erhältlich sind. Aus diesen drei Grafikchips resultieren sieben verschiedene Grafikkarten-Modelle, die sich in verschiedenen Taktraten (Non-Ultra und Ultra) und im Single- bzw Dual-Chip unterscheiden. XGI verpflanzt auf einigen Grafikkartenmodellen gleich zwei Grafikchips, so dass man von der "Kraft der zwei Herzen" sprechen.  Dieses ist bereits von der 3dfx Voodoo 5 und der ATI Fury Maxx bekannt.

Technische Daten

XGI möchte nicht nur mit einem einzigen Produkt gegen ATI und Nvidia antreten, sondern gleich mit einer ganzen Produktpalette. Doch bevor man alle Modelle auf den Markt wirft, möchte man mit dem Flagschiff etwas für Furore sorgen, so dass man sich dazu entschieden hat, zuerst Grafikkarten mit zwei Volari V8 Ultra-Chips für den Verbraucher zugänglich zu machen. Der Volari V8 Ultra Duo besitzt gleich zwei Grafikchips (2 mal Volari V8 Ultra), welche parallel arbeiten, so dass man theoretisch die doppelte Chipleistung erhält.

Der Volari V8-Chip besteht insgesamt aus 80 Millionen Transistoren und ist somit sehr komplex. Wie alle modernen Grafikchips wird dieser ebenfalls in der 0,13µm-Technologie hergestellt und unterstützt DirectX 9, so dass er für alle kommenden Spiele bestens gerüstet ist. Der Volari V8 ist mit 8 Pixel Rendering Pipelines sowie 4 Pixel Shader 2.0 Einheiten und zwei Vertex Shader 2.0 Units ausgestattet. Neben dem Volari V8 gibt es noch die Ultra-Variante, die sich aber lediglich in dem höheren Chiptakt unterscheidet. Die Non-Ultra-Variante wird mit 300, die Ultra-Version mit 350 Mhz getaktet. Ansonsten sind beide identisch.

Und so sieht sie aus: Die XGI Volari Duo V8 Ultra mit
der "Kraft der zwei Herzen"

Alle Volari-Grafikkarten bis auf die Volari V3 sind mit DDR1 und DDR2-Speicher erhältlich, wobei sich die Taktraten des Speichers stark unterscheiden. Wäre der DDR2-Speicher nicht schon alleine schnell genug, so wird er zusätzlich noch deutlich höher getaktet als die Pendants mit herkömmlichen DDR1-Speicher. So kommt es, dass der Speicher einer Volari V8-Grafikkarte mit DDR1-Speicher auf 650 Mhz, der Speicher der selben Grafikkarte nun aber mit DDR2-Speicher auf stolze 900 Mhz getaktet wird. Bei der Ultra-Variante wird der DDR2-Speicher sogar auf 1000 Mhz angehoben.

  Volari V3 Volari V5 Volari V5 Ultra Volari V8 Volari V8 Ultra Volari Duo V5 Ultra Volari Duo V8 Ultra
Chiptakt 300 Mhz 300 Mhz 350 Mhz 300 Mhz 350 Mhz 350 Mhz 350 Mhz
Speichertakt DDR/DDR2 600 Mhz 650/900 Mhz 750/1000 Mhz 650/900 Mhz 750/1000 Mhz 750/1000 Mhz 750/1000 Mhz
DirectX 8.1 9 9 9 9 9 9
OpenGL 1.3 1.4 1.4 1.4 1.4 1.4 1.4
Vertexshader 1 2 2 2 2 4 (2*2) 4 (2*2)
Pixelshader 1 2 2 4 4 4 (2*2) 8 (2*4)
Pixelpipelines 2 4 4 8 8 8 (2*4) 16 (2*8)
Shader-Version 1.3 2.0 2.0 2.0 2.0 2.0 2.0



XGI Volari V8 Ultra Duo mit 256 MB DDR II Speicher

Besonderheit: Dual-Chip

Um einen konkurrenzfähigen Chip zu entwerfen, der gleichzeitig auch nicht zu teuer wird, musste XGI sich eines Tricks behelfen, den man schon aus der Vergangenheit her kennt. Anstatt einen komplexen und sehr teuren Grafikchip zu entwickeln, haben die XGI-Techniker einen nicht ganz so aufwendigen Grafikchip entwickelt, der dann aber in den High-End-Modellen in zweifacher Ausführung eingesetzt wird. Vergleicht man die Anzahl der Transistoren, so wird man schnell feststellen, dass die aktuellen Nvidia- und ATI-Karten mit 130 und 110 Millionen Transistoren weitaus komplexer sind als der Volari V8 mit 80 Millionen. Doch aus je mehr Transistoren ein Chip besteht, desto größer wird seine Fläche und desto schwieriger wird seine Herstellung, was sich letztendlich in höheren Herstellungskosten widerspiegelt.

Die Kombination zweier Chips auf einer Karte klingt verlockend, bekommt man doch ohne viel Aufwand in der Theorie fast die doppelte Leistung. Dem gegenüber stehen aber Nachteile. Der erste betrifft den Speicher. Jeder Chip benötigt seinen eigenen Frame Buffer. Daher muss die doppelte Menge an Speicher auf der Karte verbaut werden. Eine Volari Duo mit einer Bestückung von 256 MB bietet daher nur nutzbare 128 MB. Der zweite Nachteil betrifft die Ansteuerung der Grafikprozessoren. Per AGP-Bus kann nur ein Grafikchip angesprochen werden. Der zweite muss daher "versteckt" werden. Bei der Rage Fury Maxx versuchte es ATI mit einer AGP-to-PCI-Bridge auf der Karte, um dem Problem zu begegnen. Eine Ansteuerung bei mehr als AGP 2x war damit nicht möglich. XGI versucht es mit einem anderen Konzept.

Technischer Überblick

  • XGI Volari V8 und Volari V8 Ultra
  • 80 Millionen Transistoren
  • AGP 3.0-Spezifikation (AGP 8x/4x/2x)
  • 300 MHz Chiptakt (Non-Ultra)
  • 350 MHz Chiptakt (Ultra)
  • 650/900 MHz Speichertakt (Non-Ultra)
  • 750/1000 MHz Speichertakt (Ultra)
  • 128 Bit Speicheranbindung
  • 256 MB DDR1/DDR2 Speicher 
  • DirectX 9
  • Pixelshader 2.0
  • 8 Pixelpipelines
  • 2 Vertexshader
  • 4 Pixelshader