XGI Volari V3 (XG42) - Technische Informationen zum Grafikchip

Im lukrativen Weihnachtsgeschäft des Jahres 2003 haben die großen Grafikkartenhersteller ATI und Nvidia erstmals seit langer Zeit wieder Konkurrenz bekommen, denn der bis dato noch eher unbekannte Hersteller XGI hatte mit einer großen Produktpalette für Aufsehen gesorgt. Für so gut wie jeden Desktop-Anwender wurde ein Modell angeboten, um einen möglichst breiten Käufermarkt abzudecken.

XGI Volari V3 Logo

Für den High-End-Markt wurden die Volari V8-Modelle ins Rennen geschickt, um den Geforce FX 5800/FX5900-Karten Marktanteile abzuringen. Die Volari V5-Modelle wurden für den Mainstream-Markt konzipiert, um den relativ großen Massenmarkt zu erreichen und eine gesunde Mischung aus Preis und Leistung zu erzielen. Erwähnenswert sind die V5 und V8-Modelle mit gleich zwei Grafikprozessoren auf einem einzigen Grafikboard, welche mit dem Anhängsel DUO gekennzeichnet wurden. Somit war XGI bereits im Jahr 2003 der Vorreiter der SLI- und CrossFire-Produkte aus dem Hause ATI und Nvidia.

Zu guter Letzt waren auch noch Modelle für den günstigen Einsteiger-Markt produziert wurden. Unter dem Namen XGI Volari V3 sollten sehr günstige Modelle angeboten werden, welche nicht durch ihre Leistungsfähigkeit, sondern dem unschlagbar günstigem Preis glänzen sollten. Die XGI Volari V3-Modelle waren noch deutlich günstiger als die Geforce FX 5200-Karten.

Technische Daten

Der Volari V3-Grafikchip ist ein sehr angespeckter Grafikchip, der aus kostengründen vielen Einschnitten unterliegen musste. Offiziell als "...entry level graphics solution" deklariert wurden bei den Volari V3-Modellen, welche größtenteils auf der Trident XP4-Architektur basieren, viele Kosten und somit auch technische Features eingespart.

XGI Volari V3 Grafikkarte

XGI Volari V3 Grafikkarte

Mit gerade einmal 25 Millionen Transistoren ist der in 0,13µm-Technologie hergestellte XG42-Grafikchip ein sehr einfach strukturierter Grafikchip. Selbst die absolute Low-End-Lösung aus dem Hause Nvidia, die Geforce 5200, hat mit 45 Millionen Transistoren fast doppelt so viele Transistoren. Auch die Anzahl der Pixelpipelines ist sehr mager, denn mit zwei Pipelines ist die Datendurchsatzrate ziemlich gering. Erschwerend kommt hierbei noch hinzu, dass es sich nicht um vollständige Pipelines handelt, sondern Teile davon von beiden Pipelines gleichzeitig genutzt werden. Hier wird erneut ein Punkt der Kostenersparnis deutlich.

Größstes Manko der Vorlari 3-Serie ist, dass sie kein DirectX 9 unterstützt, da lediglich Vertex Shader 1.1 und Pixel Shader 1.3 zum Einsatz kommen. Daher muss DirectX 9-Code emuliert werden, was zu deutlichen Leistungseinbußen und schlechterer Grafikqualität führt.

  Volari V3 Volari V5 Volari V5 Ultra Volari V8 Volari V8 Ultra Volari Duo V5 Ultra Volari Duo V8 Ultra
Chiptakt 300 Mhz 300 Mhz 350 Mhz 300 Mhz 350 Mhz 350 Mhz 350 Mhz
Speichertakt DDR/DDR2 600 Mhz 650/900 Mhz 750/1000 Mhz 650/900 Mhz 750/1000 Mhz 750/1000 Mhz 750/1000 Mhz
DirectX 8.1 9 9 9 9 9 9
OpenGL 1.3 1.4 1.4 1.4 1.4 1.4 1.4
Vertexshader 1 2 2 2 2 4 (2*2) 4 (2*2)
Pixelshader 1 2 2 4 4 4 (2*2) 8 (2*4)
Pixelpipelines 2 4 4 8 8 8 (2*4) 16 (2*8)
Shader-Version 1.3 2.0 2.0 2.0 2.0 2.0 2.0

Die Taktraten sind mit 300 MHz Chip- und 600 MHz DDR Speichertakt relativ gering, was sich aber sehr positiv auf den Energieverbrauch bemerkbar macht. XGI gibt bei den Volari V3-Karten einen durchschnittlichen Energieverbrauch von ca. 5 Watt an. Kein Wunder, dass die Volari V3-Karten größtenteils mit einem Passivkühler erhältlich sind. Aus diesem Grund sind diese Modelle hervorragend für leise Wohnzimmer-PC's, Multimedia-Stationen oder stromsparenden Arbeitsrechnern geeignet.

XGI Volari Leistungsfähigkeit

Bezüglich des Speichers muss man aufpassen, denn die Volari V3-Modelle sind sowohl als 128 Bit- als auch 64 Bit Varianten erhältlich. Auch beim Speichertakt gibt es von Hersteller zu Hersteller Unterschiede, denn die Taktraten variieren hier von 400 bis 600 MHz DDR.

Technische Übersicht

  • Hersteller: XGI
  • Modell: Volari V3
  • Codename: XG42
  • Erschienen: 4. Quartal 2003
  • Transistoren: 25 Mio
  • Chiptakt: 300 MHz
  • Speichertakt: 600 MHz
  • Speicherinterface: 64/128 Bit
  • Pixelpipelines: 2
  • Vertex Shader 1.1
  • Pixel Shader 1.3
  • DirectX 8.1
  • Interface: AGP
  • Basiert auf Trident XP4-Architektur

Benchmarks

XGI Volari V3 Benchmark

Im Rennen gegen die veralteten Karten Geforce 2 MX und Geforce MX 4000 kann sich die XGI Volari zwar deutlich durchsetzen, aber das Ergebnis ist trotzdem erschreckend: zum einen handelt es sich hier um Gegner, die nur DirectX 7 unterstützen und somit im DirectX 8 Benchmark deutlich Punkte verlieren. Zum anderen sind die Geforce 2 und Geforce MX 4000 Karten schon lange überholt. Daraus kann man schließen, dass die Volari V3-Karten alles andere als spieletauglich sind.