Infos, Bilder, Benchmarks der 3dfx Voodoo 2

3dfx LogoDer Voodoo 2-Chip wurde im Juni 1998 als Nachfolger des erfolgreichen Voodoo 1-Chips ins Rennen geschickt und war ungefähr ein komplettes Jahr lang an der Spitze der 3D-Grafikkartenszene. Wie wir wissen, eine sehr lange Zeit in der sich immer rascher ändernden Hardwareszene. Diese unangefochtene Marktstellung basierte auf die Möglichkeit gleich zwei Voodoo 2-Karten parallel betreiben zu können, so dass zwei Grafikkarten für die Berechnung von 3D-Anwendungen bereit stehen. In einer Zeit, wo der Druck der Mitkonkurrenten immer größer wurde (z.B. Nvidia veröffentlichte den TNT-Chip), war dies ein beachtliche Leistung und trug dazu bei, dass der Produktname Voodoo für schnellste 3D-Technik stand und für viele Leute ein entscheidendes Kaufkriterium war.

Beim Kauf einer Voodoo 2-Karte lag in der Regel ein so genanntes SLI-Kabel bei, mit dem man die zwei Voodoo-Karten miteinander verbinden konnte. Jetzt musste man nur noch den entsprechenden Treiber installieren. Dieser Dual-Betrieb ermöglichte natürlich einen enormen Leistungsschub, so dass erstmals Auflösungen von 1024x768 und höher möglich waren. Im Gegensatz zum Voodoo 1, mit dem eine höchstmögliche Auflösung von gerade einmal 640x480 möglich war, und einer Voodoo 2 im Einzelbetrieb, die eine Maximalauflösung von 800x600 berechnen konnte, war dies eine beachtliche Leistung.

Voodoo-2 im Verbund
Voodoo-2 im Verbund

 

Mit der Voodoo 2 SLI (so nannte man den Betrieb zweier Voodoo's) konnte man sogar eine Auflösung bis zu 1600x1200 einstellen, nur gab bzw. gibt es kein Spiel, welches die Voodoo 2 SLI in dieser Auflösung in akzeptablen Frameraten darstellen konnte.

Technische Erneuerungen

Technisch gesehen gab es keine großen Änderungen. Natürlich wurden die Taktraten erhöht und der Grafikspeicher erweitert, doch war die Voodoo 2-Karte immer noch eine reine 3D-Zusatzkarte, eine so genannte Accelerator- bzw. 3D-Beschleuniger-Karte. Um die Voodoo 2 in Betrieb zu nehmen, bedurfte es immer noch einer zweiten Grafikkarte, die für die Darstellung der normalen Windows-Oberfläche und 2D-Applikationen zuständig war. So hatte man immer mindestens zwei Grafikkarten im Rechner: die erste Karte war für die Berechnung von 2D-Anwendungen, die Voodoo 2 für 3D-Berechnungen zuständig. Wenn man nun noch den oben erwähnten Dual-Betrieb zweier Voodoo-Karten in Betracht zieht, sind es sogar drei Grafikkarten in einem einzigen Rechner. Diese Lösung war zwar leistungsmäßig unangefochten an der Leistungsspitze und schrieb somit viele neue Rekorde, doch war sie auch ziemlich kostspielig. Man muss bedenken, dass der Kauf dreier Grafikkarten nicht gerade billig ist. Außerdem wurden im schlimmsten Fall drei PCI-Steckplätze verbraucht, wo mann dann auch noch in ein neues Mainboard investieren musste, welches ausreichend viele PCI-Steckplätze zur Verfügung stellte.

Voodoo-2-Grafikkarte

Voodoo-2-Grafikkarte


Man konnte die Voodoo 2 aber auch im Single-Betrieb (neben der 2D-Grafikkarte) arbeiten lassen, die auch um einiges schneller war als der Voodoo 1. War der Voodoo 1 noch mit 50 Mhz und dessen Grafikspeicher synchron dazu auch mit 50 Mhz getaktet, so kamen die Voodoo 2-Karten mit 90 bis 95 Mhz aus dem Werk. Die Größe des Grafikspeichers konnte sogar verdreifacht bzw. sogar vervierfacht werden. Wurden die Voodoo 1-Karten noch mit 2 und 4 MB ausgeliefert, so trumpften die Voodoo 2-Karten mit 8 und 12 MB so richtig auf.

Übertakten der Voodoo 2

Die Voodoo 2-Karten eigneten sich nur sehr wenig zum Übertakten, da sie von Hause aus relativ heiß wurden. Die Grafikkartenhersteller wie Diamond, Creative, Canopus, ezc. lieferten ihre Karten mit einer Taktrate von 90 bis 95 Mhz aus, welches die Maximaltaktungen der in der 0,35µm-Technlogie hergestellten Grafikkarten waren. Bereits die Erhöhung von 1 bis 2 Mhz führten zu Grafikfehlern und Systeminstabilitäten. Die mir höchst bekannten Werte, die aber nur mit einer verbesserten Kühlung möglich waren, lagen um die 100 Mhz.


Werkseinstellung Mögliche Einstellung Maximale Einstellung
Chipsatz Chip RAM Chip RAM Chip RAM
3dfx Voodoo-1 50 Mhz 50 Mhz 57 Mhz 57 MHz 62 MHz 62 MHz
3dfx-Voodoo-2 90 MHz 90 MHz 93 MHz 93 MHz 95 MHz 95 MHz
3dfx Banshee 100 MHz 100 MHz 110 MHz 120 MHz 120 MHz 130 MHz
3dfx-Voodoo-3-2000 143 MHz 143 MHz 166 MHz 166 MHz 183 MHz 183 MHz
3dfx-Voodoo-3-3000 166 MHz 166 MHz 183 MHz 183 MHz 192 MHz 192 MHz
3dfx-Voodoo-3-3500 183 MHz 183 MHz 192 MHz 192 MHz 200 MHz 200 MHz
3dfx-Voodoo-4-4500 166 MHz 166 MHz 195 MHz 195 MHz 200 MHz 200 MHz
3dfx-Voodoo-5-5500 166 MHz 166 MHz 195 MHz 195 MHz 200 MHz 200 MHz
3dfx-Voodoo-6-6000 166 MHz 166 MHz 195 Mhz 195 Mhz 200 Mhz 200 Mhz


Technische Daten

  • Veröffentlicht im Juni 1998
  • Grafiktakt: 90-95 Mhz
  • Grafikspeicher: 8 und 12 MB
  • Speichertakt: 90-95 Mhz
  • Herstellungstechnologie: 0,35µm
  • API: DirectX 6
  • PCI- und AGP-Versionen
  • Dual-Betrieb zweier Voodoo 2-Karten

Benchmarks

Um die Leistungsfähigkeit der Voodoo 2 im Dual-Betrieb zu verdeutlichen, lässt man einen Benchmark durchlaufen. In diesem Falle wurde eine Quake II Demo benutzt, welches heutzutage schon in Urgroßomas Schublade gehört. Zu der Zeit aber das Spiel schlechthin.

TNT2 vs. Voodoo - Benchmarks

 

Wie man sieht, war die Voodoo 2 im Dual-Betrieb eine sehr Leistungsstarke Karte. Selbst die Nachfolger, die Voodoo 3, konnte nicht mit dem Vorgänger mit dem Doppelherzen mithalten.