Infos zur Radeon 9800 XT: Bilder, Benchmarks, Technische Daten

Am 29. September 2003 stellte ATI den Radeon 9800 mit der Namenserweiterung "XT" vor. XT steht hier für Extension, was in die Deutsche Sprache übersetzt Erweiterung bedeutet. ATI wählte nicht ohne Grund diesen Namen, denn der Radeon 9800 XT ist kein neuentwickelter Grafikchip, sondern basiert auf den Radeon 9800 (Codename R350), der mit einigen Features erweitert und dessen Leistungsfähigkeit verbessert wurde. ATI selbst sieht den Radeon 9800 XT nicht als Nachfolgemodell des Radeon 9800 an und verzichtete daher auf die Namensgebung Radeon 9900, wie man es am wahrscheinlichsten erwartet hätte. Der wesentliche Grund für diesen kurzfristigen Launch war das Erscheinen der Geforce FX 5900 Ultra des Hauptkonkurrenten Nvidia, welche den Thron in der Grafikkartenszene erobert hatte. Bis dato hatte ATI diesen Spitzenplatz inne, denn an die Leistungsfähigkeit der Radeon 9800 kam bis dahin kein Konkurrenzprodukt heran.

ATI Radeon 9800 XT

Technische Erneuerungen

Technisch gesehen hat man beim Radeon 9800 XT keine Änderungen vorgenommen, obwohl dieser einen neuen Codenamen (R360) bekommen hat. Die ATI-Techniker haben einige Bereiche im Grafikchip umstrukturiert, um thermische Probleme zu vermeiden. Ansonsten gleicht der Radeon 9800 XT seinem Vorgänger bis ins Detail. So wird das neue Flaggschiff weiter in 0,15-µm-Technologie gefertigt, was bereits ein veralteter Herstellungsprozess ist, denn die Geforce FX-Karten und selbst der hauseigene Radeon 9600 werden in der moderneren 0,13µm-Technolgie hergestellt. So wird von dem Grafikchip das Letzte abverlangt und das Maximale aus diesem Chip ausgeschöpft.

ATI Radeon 9800 XT

ATI Radeon 9800 XT - Referenzdesign

Um den Radeon 9800 XT nun aber von dem Radeon 9800 abzusetzen, hat man die Taktraten deutlich angehoben, was letztendlich aber nur durch die Neustrukturierung des Chips möglich war. Wurde das Pro-Modell der Radeon 9800-Serie noch mit 380 Mhz Chip- und 680 Mhz Speichertakt betrieben, so hat man beim Radeon 9800 XT den Chiptakt auf 412 und den Speichertakt auf 730 Mhz angehoben. Diese Werte sind zwar im Vergleich zum Radeon 9800 Pro deutlich erhöht worden, trotzdem kommt der Chip- und Speichertakt nicht an eine Geforce FX 5900 Ultra heran. Diese wird nämlich mit 450 Mhz Chip- und 850 Mhz Speichertakt betrieben. Eine Geforce FX 5800 Ultra erreicht hier sogar 500 und 1000 Mhz, welche aber bekanntlich mit einer überdimensionalen großen und lauten Kühlung gekühlt werden musste.

  Radeon 9800 SE Radeon 9800 Radeon 9800 Pro Radeon 9800 XT
Chiptakt 275 Mhz 325 Mhz 380 Mhz 412 Mhz
Speichertakt 550 Mhz 620 Mhz 680 Mhz 730 Mhz
Pixelpipelines 4 8 8 8
Speicherinterface 128 Bit 256 Bit 256 Bit 256 Bit


Trotz der niedrigeren Taktraten der Radeon 9800 XT im Vergleich zur Geforce FX 5900 Ultra kann das neue ATI-Flagschiff die Krone im 3D-Zirkus zurückerobern.

Der Radeon 9800 XT wird mit 256 MB DDR1-Speicher bestückt. Ob es auch Grafikboards mit schnellerem DDR2-Speicher geben wird, liegt in den Händen der Grafikkartenhersteller.

Höhere Taktraten erfordert neue Kühlung

Da bekanntlich höhere Taktraten auch für eine höhere Wärmeentwicklung sorgen, hat ATI ein neues Referenzdesign der Radeon 9800 XT entwickelt. Als erstes sticht der überdimensionale Lüfter mit 6 cm Durchmesser ins Auge, was für Grafikkartenverhältnisse sehr groß ist. Der Vorteil liegt eindeutig auf der Hand: größere Lüfter erreichen bei langsamerer Lüfterdrehung den gleichen Kühleffekt wie bei kleinen Lüftern. Dieses reduziert den Geräuschpegel deutlich, worauf ATI auch viel Wert gelegt hat, denn man wollte dem Negativbeispiel einer Geforce FX 5800 Ultra, welche auch den Spitznamen "Flugzeugturbine" hat, nicht folgen.

ATI Radeon 9800 XT


Höhere Taktraten erfordern auch eine bessere Kühlung.
Hier das Kupferblech der neuen Kühllösung.

Um die Hitze nun schnellstmöglich von dem Grafikchip abtransportieren zu können, damit sie möglichst schnell auf andere Fläche verteilt werden kann, hat ATI dem Radeon 9800 XT eine nun deutlich größeres und voluminöseres Kupferblech verpasst. Dieses Kupferblech erstreckt sich sowohl über die Vorder- als auch über die Rückseite des Grafikboards, um eine möglichst effiziente Kühlung von beiden Seiten her zu ermöglichen.

ATI Radeon 9800 XT

Das Kühlung erstreckt sich sowohl über die Vorder- als
auch über die Rückseite des Grafikboards

Overdrive - Dynamisches Übertakten

Im neuen Radeon 9800 XT-Grafikchip ist ein Thermo-Sensor im Chip verbaut, welcher bereits deaktiviert in der Radeon 9600 schlummert, und mithilfe dessen der Lüfter - bei höherer Belastung - gesteuert werden kann. Dieser Sensor überprüft die Chiptemperatur während des Betriebs und reguliert somit die Geschwindigkeit des Lüfters, welche je nach Anwendung und Belastung beliebig reguliert werden kann. Dieses Feature ist sehr praktisch, denn wenn man nicht gerade ein aufwendiges 3D-Game spielt und lediglich normale Office-Arbeiten verrichtet, wird der Grafikchip nicht besonders heiß, so dass man den Lüfter bedenkenlos drosseln kann, was sich wiederum positiv auf die Lärmentwicklung auswirkt.

Mit dem neuen Feature "Overdrive" lässt ich aber nicht nur die Regulierung der Lüfter ermöglichen. Vielmehr verwendet ATI dieses Feature dafür, die Grafikkarte während des Betriebs zu übertakten. Hier sorgt der Thermosensor je nach Anwendung für den richtigen Takt. Ist die Hitze des Chips beim Spielen nicht so hoch, schraubt Overdrive den VPU auf ein höheres Niveau, das kann unter Umständen einen bis zu 460 MHz hohen VPU Takt erzeugen.

Um Overdrive nutzen zu können, benötigt man aber den Catalyst-Treiber ab der Version 3.8.

Technischer Überblick

  • ATI Radeon 9800 XT (R360) VPU
  • AGP 3.0-Spezifikation (AGP 8x/4x/2x)
  • 412 MHz VPU-Takt
  • 365 MHz Speichertakt (730 Mhz DDR)
  • 23,4 GB/sec Bandbreite
  • 256 MB DDR1 Speicher
  • 40 Operations per Clock
  • 16.5 Billion Operations/Sec
  • Maximum Operations per Pipe 5
  • Maximum FP Operations per Clock 40
  • Pixel Shader Operation Fillrate 16.5 GOps/sec
  • Overdrive

Benchmarks

Als Testplattform diente eine Intel Pentium 4 HT 3200 Mhz CPU, 512 MB DDR PC400, ASUS P4P800 Deluxe und Windows XP. Als Treiber kamen der Detonator 45.23 und der Catalyst 3.7 zum Einsatz.

 

Unreal Tournament 2003 1280x1024x32 Bit



Radeon 9500 Pro - 128MB
 

 49,4

Radeon 9600 Pro - 128MB
 

 46,7

Radeon 9700 Pro - 128MB
 

 73,1

Radeon 9800 Pro - 128MB
 

 81,0

Radeon 9800 Pro - 256MB
 

 80,9

Radeon 9800 XT - 256MB
 

 86,9

Geforce FX 5900 Ultra - 256MB
 

 81,3

Geforce FX 5600 Ultra - 128MB
 

 41,5

Aquamark 2003 1024x768x32 Bit

Radeon 9500 Pro - 128MB
 

 30.996

Radeon 9600 Pro - 128MB
 

 26.586

Radeon 9700 Pro - 128MB
 

 39.321

Radeon 9800 Pro - 128MB
 

 44.671

Radeon 9800 Pro - 256MB
 

 44.857

Radeon 9800 XT - 256MB
 

 47.620

Geforce FX 5900 Ultra - 256MB
 

 42.944

Geforce FX 5600 Ultra - 128MB
 

 22.629


Weitere Informationen

Da in diesem Artikel überwiegend auf die erweiterten Funktionen des Radeon 9800 XT eingegangen und die elementaren Eigenschaften außen vor gelassen wurde, empfiehlt es sich, einen kurzen Blick auf den Artikel Radeon 9800 zu werfen.