Infos zur Radeon 9000: Bilder, Benchmarks, Technische Daten

ATI Radeon 9000 ChipNeben den Modellen Radeon 9500 und 9700, welches beide High-End-Grafikchips und für absolute 3D-Enthusiasten bestimmt sind, hat ATI ein weiteres Modell der 9000er Serie veröffentlicht, welcher für den Mainstream-, also den Massenmarkt bestimmt ist. Doch eigentlich ist der Produktname Radeon 9000 Betrug an den Endkäufer.

ATI begann mit dem Radeon 7500, anhand des Namens die DirectX-Kompatibilität und Leistungsfähigkeit seiner Produkte erkennen zu lassen. Nach dieser Marketingstrategie müsste der Radeon 9000 zu DirectX 9 kompatibel sein, was er definitiv nicht ist. Der Radeon 9000 Chip basiert grundsätzlich auf dem Radeon-8500-Design und besitzt sowohl zwei Vertex Shader (v1.0) als auch eine Pixel-Shader-Einheit (v1.14). ATI's Bestreben mit dem Radeon 9000 ist einen günstigen Grafikchip mit einer integrierten Pixel- und Vertex-Shader-Einheit anbieten zu können, wodurch bessere und realistischere Grafikeffekte erzielt werden, die Grafikkarten ohne diese Einheit nicht zeichnen können (Geforce 4 MX, etc.).

Leicht "abgespeckte" Version des Radeon 8500

ATI Radeon 9000 VerpackungWie bereits oben erwähnt, basiert der Radeon 9000 auf dem Grafikchip-Design des Radeon 8500. Nur wenige Änderungen wurden vorgenommen, um die Produktionskosten zu senken. Der Radeon besitzt wie sein Pendant vier Pixel-Pipelines, zwei Vertex-Shader und ist DirectX 8.1-Kompatibel. Lediglich in der Grafikchiparchitektur hat ATI Modifikationen vorgenommen, denn der RV250 (so lautet der Codename) besitzt weniger Transistoren, was sich in günstigeren Herstellungskosten niederschlägt. Doch dieser "Shrink" hat in der Regel keinen Nachteil für die Leistungsfähigkeit. Der einzige Nachteil, der in diesem Fall mit sich gebracht wurde, ist, dass die vier Pixelpipelines nur noch eine Textur pro Takt verarbeiten können. Beim Radeon 8500 sind es immerhin noch zwei pro Takt, was sich zu Gunsten der 8500er positiv auf die Speicherfüllrate auswirkt.

  Geforce 4 Ti 4200 Geforce 4 MX 460 ATI Radeon 8500 ATI Radeon 9000 Pro ATI Radeon 9000
Chip Technologie 256-bit> 256-bit> 256-bit> 256-bit> 256-bit>
Transistoren 0.15 Micron> 0.15 Micron> 0.15 Micron> 0.15 Micron> 0.15 Micron>
Transistors 63 Mio> -> 60 Mio> -> ->
Memory Bus 128-bit DDR> 128-bit DDR> 128-bit DDR> 128-bit DDR> 128-bit DDR>
Speicherbandbreite 8,2 GB/s> 8,8 GB/s> 8,8 GB/s> 8,8 GB/s> 6,4 GB/s>
AGP Bus 1x/2x/4x> 1x/2x/4x> 1x/2x/4x> 1x/2x/4x> 1x/2x/4x>
Grafikspeicher 64/128MB> 128MB> 64/128MB> 64/128MB> 64MB>
Grafikchip 250 MHz> 300 MHz> 275 MHz> 275 MHz> 250 MHz>
Speichertakt (514) MHz 64MB
(444) MHz 128MB>
550 Mhz> 550 Mhz> 550 Mhz> 400 Mhz>
Vertex Shader 2> -> 2> 2> 2>
Pixel Pipelines 4> 2> 4> 4> 4>
Texture Units Per Pipe> 2> 2> 2> 1> 1>
Textures per Texture Unit> 4> 4> 3> 6> 6>
Vertex S. Version 1.1> -> 1.1> 1.1> 1.1>
Pixel S. Version 1.3> -> 1.4> 1.4> 1.4>
DirectX Generation 8.0> 7.1> 8.1> 8.1> 8.1>
FSAA Modi MultiSampling> MultiSampling> SuperSampling> SuperSampling> SuperSampling>
Memory Optmizations LMA II> LMA II> Hyper Z II> Hyper Z II> Hyper Z II>
Display Ausgänge 2> 2> 2> 2> 2>
Ramdac 2 x 400 MHz> 2 x 400 MHz> 2 x 400 MHz> 2 x 400 MHz> 2 x 400 MHz>
Sonstiges -> TV Encoder> -> TV Encoder;
FullStream>
TV Encoder;
FullStream>


Wie man anhand der Tabelle erkennen kann, gibt es nur wenige Unterschiede zur Radeon 8500. Deswegen besitzt der Radeon 9000 seinen Namen zu unrecht. Da dieser, wie wir gleich in den Benchmarks sehen werden, auch nicht an die Leistungsfähigkeit des Radeon 8500 herankommt, wäre die Bezeichnung Radeon 8300 gerechtfertigt. Doch damit lassen sich ja keine Grafikkarten verkaufen.

Ein gutes Kaufargument ist das Preis-Leistungs-Verhältnis, denn man bekam für ca. 110 Euro eine Grafikkarte, die fast die Leistung einer immer noch guten Radeon 8500 erreicht.

Radeon 9000 und 9000 Pro

Insgesamt gibt es zwei 9000er-Modelle, welche sich lediglich in den Taktraten unterscheiden. Das Basismodell ATI Radeon 9000 besitzt einen Grafikchiptakt von 250 Mhz und einen Speichertakt von 400 Mhz. Dagegen kann die höher getaktete Radeon 9000 Pro mit einem Chiptakt von 275 und einem Speichertakt von 550 Mhz auftrumpfen. Letztere besitzt somit die gleichen Taktraten wie der Radeon 8500, womit wieder deutlich wird, dass das Basismodell den Namen Radeon 9000 zu unrecht trägt.

ATI Radeon 9000 Grafikkarte

Positiv anzuerkennen ist, dass sowohl die Radeon 9000 als auch die Radeon 9000 Pro auf einen Aktiv-Kühler verzichten können. Ein Standard-Passiv-Kühler reicht aus, um die geringe Wärmeentwicklung des Grafikchips abzuführen. Die Speicherbausteine benötigen gar keine besondere Kühlung. Die Bedingungen sind optimal für ein leises PC-System, denn die Grafiklüfter verursachen mittlerweile fast so viel Lärm wie Prozessor-Lüfter. Auch für Overclocker eignet sich die Karte sehr gut, denn man braucht sich nur aus einem Hardware-Shop Kühlerbausteine besorgen und auf die Karte montieren. Schnell noch einen alten 486er-Aktivkühler hervorgekramt und mit etwas Kleber auf den Grafikchipkühler geklebt, und schon hat man eine solide Basis für ein erfolgreiches Overclocking.

Wie wir es aus der Vergangenheit gewohnt sind, hat ATI seinen Mainstreamprodukten volle TV-Out-Funktionen verpasst. So ist diesmal auch bei der Radeon 9000. Er besitzt sowohl zwei 400MHz RAMDACS als auch die kompletten Schaltungen für die TV-Ausgabe. ATI bestückt die Radeon 9000 mit zwei Display-Ausgängen: Einmal ein normaler VGA-Ausgang und ein zusätzlicher DVI-I Port, an den sich per mitgeliefertem Adapter auch ein Standard-CRT-Monitor anschließen lässt.

Außerdem unterstützt der Radeon 9000 AGP 4x. Ob sich dies erkennbar positiv an der Leistungsfähigkeit widerspiegelt ist fraglich. Wenn der Grafikspeicher der Grafikkarte nicht mehr ausreicht bzw. voll ist, werden die Informationen auf den Hauptspeicher ausgelagert. Wie jedem bekannt ist, ist der Hauptspeicher des Rechners langsamer als der Grafikspeicher. Jetzt setzt das so genannte AGP 2x, 4x, 8x etc ein. Es ist dann möglich, diese Daten in vierfacher Geschwindigkeit in den Hauptspeicher zu übertragen bzw. zu lesen. Doch ist letzteres immer noch langsamer als direkt in den Grafikspeicher zu schreiben.

Technische Informationen

  • Erschienen im August 2002
  • Technologie: 0,15µm
  • Transistoren: 36 Millionen
  • Grafikchiptakt: 250 bzw. 275 Mhz (Pro-Version)
  • Speichertakt: 400 bzw. 550 Mhz (Pro-Version)
  • 128 Bit Speicherbandbreite
  • AGP: 1x/2x/4x
  • API: DirectX 8.1
  • zwei Vertex- und ein Pixel-Shader
  • zwei 400 Mhz Ramdacs
  • TV-Out-Funktionen

Benchmarks

Als Testplattform diente ein Intel Pentium 4 2200 Mhz, 512 MB DDRam PC266, ein MSI 845G Max Mainboard, DirectX 8 und Windows XP Professional.

 

Giants 1024x768x32 Bit



ATI Radeon 9000 Pro
 

 71

Geforce 4 TI 4200
 

 69

ATI Radeon 8500
 

 66

ATI Radeon 7500
 

 58

Geforce 4 MX 460
 

 54

SiS Xabre 400
 

 51

Geforce 4 MX 440
 

 50


Giants ist ein rechenlastiges Spiel, welches auf DirectX 7 baut. Hier kann die Radeon 9000 Pro die Spitze übernehmen. Etwas verwunderlich ist, dass die Radeon 8500 so weit hinter den Spitzenreitern liegt. Da etwas ältere Treiber benutzt wurden, kann darin die Ursache liegen. in höheren Auflösungen ändert sich die Reihenfolge wieder. Da bricht die Radeon 9000 Pro stark ein.

Quake III Arena 1024x768x32 Bit

Geforce 4 TI 4200
 

 220

ATI Radeon 8500
 

 211

SiS Xabre 400
 

 177

Geforce 4 MX 460
 

 176

Radeon 9000 Pro
 

 162

Geforce 4 MX 440
 

 150

ATI Radeon 7500
 

 125


Das Spiel Quake 3 spiegelt die theoretischen Fillrate-Daten der Boards sehr gut wieder. Es ist grade in höheren Auflösungen deutlich weniger CPU-Lastig als andere Spiele, benutz aber auf der anderen Seite viel Multitexturing. Die Radeon 9000 PRO verliert durch ihre gestripten Pixel Pipelines einiges an Boden. Selbst eine GeForce4 MX460 ist in diesem Test schneller, was angesicht derer bescheidenen Multitexture Fillrate wiederum überraschend ist.

3D Mark 2001 SE (330) 1024x768x32 Bit



Geforce 4 TI 4200
 

 9.530

ATI Radeon 8500
 

 9.139

Radeon 9000 Pro
 

 7.503

SiS Xabre 400
 

 6.904

Geforce 4 MX 460
 

 6.385

ATI Radeon 7500
 

 5.977

Geforce 4 MX 440
 

 5.820


Im 3D Mark 2001 zieht die Geforce 4 TI 4200 uneinholbar davon. Auch die Radeon 8500 zeigt hier ihre Stärken und verweist die Radeon 9000 Pro ins abgeschlagene Mittelfeld.