ATI Radeon 9600 XT

Mit der Radeon 9600 XT hat ATI ein Möglichkeit gefunden, um den Radeon 9600-Chip deutlich höher zu takten. Obwohl die Radeon 9600 XT einen neuen Codenamen bekommen hat (heißt nun RV360 und nicht mehr RV350 wie bei der "herkömmlichen" Radeon 9600), unterscheidet sie sich nicht von der Radeon 9600 NonPro und Pro. Lediglich die verbesserte Herstellung des Chips, welche den Chip mit deutlich höheren Taktraten laufen lässt, hebt die Radeon 9600 XT von seinen Vorgängern ab.

ATI Radeon 9600 XT

Äußerlich unterscheidet sich die Radeon 9600 XT nicht
von den anderen Radeon 9600-Karten

Aus diesem Grund kann man eine deutlich günstigere Radeon 9600 NonPro bzw. Pro problemlos auf das Niveau einer Radeon 9600 XT übertakten, denn die technischen Eigenschaften sind völlig gleich. Mein persönlicher Eindruck ist, dass der Leistungsvorsprung einer Radeon 9600 XT nicht den deutlich höheren Preis . Wer im Begriff ist, sich einer Radeon 9600 XT zu kaufen, sollte sich daher überlegen, ob er nicht noch ein paar Euro drauflegt und in eine High-End-Karte investiert wie beispielsweise die niedriger getaktete Geforce 5900 XT, welche mit bereits ~230 Euro nur 30-40 Euro mehr kostet als eine Radeon 9600 XT. Besitzer einer Radeon 9600 XT sollten sehen, dass man die Karte übertaktet, was bei dieser Karte nicht ganz einfach ist, was man im folgenden Abschnitt sehen wird.

Übertakten

Da bei der Radeon 9600 XT der Thermo-Sensor aktiviert wurde (die normalen Radeon 9600-Karten besitzen diesen zwar auch, doch dieser wurde deaktiviert), welcher die Temperaturen des Grafikchips und -Speichers überwacht, kann man die Radeon 9600 XT nicht an die Grenzen der maximalen Belastung übertakten, wie man es beim Übertakten von Grafikkarten bisher gewohnt war. Überschreiten die Temperaturen einen bestimmten Grenzwert, werden die Taktraten automatisch zurückgesetzt, ohne dass der Anwender etwas davon merkt. Zwar werden in Extremfällen eine Meldung wie "Ihre Grafikkarte wird aufgrund von Instabilitäten auf die Defaultwerte zurückgesetzt" angezeigt, aber in der Regel wird die Karte einfach zurückgetaktet, ohne eine Meldung auszugeben.

ATI Radeon 9600 XT Übertakten

Mit einem Tool wie PowerStrip kann man die Radeon 9600 XT
übertakten

Das Übertakten an sich bringt keine Probleme mit sich und man geht wie gewohnt. Mit einem Übertaktungstool wie PowerStrip, RadClocker (spezielles Tool nur für Radeon-Karten) oder ein anderes Programm regelt man die Taktraten der Grafikkarte. Man beginnt nun in kleinen Schritten (5-10 Mhz), den Chip- und Speicher zu übertakten. Um die Grafikkarte nicht zu zerstören, sollte man immer wieder darauf achten, dass keine Pixelfehler auftreten. Dazu lässt man kurz einen Benchmark oder ein 3D-Spiel anlaufen. Bei der Radeon 9600 XT hat man keine Möglichkeit, sie aufgrund einer zu hohen Übertaktung zu zerstören, da sie den Thermo-Sensor integriert hat. Dies scheint zwar sehr nützlich für Laien zu sein, die noch keine Erfahrung mit dem Übertakten von Grafikkarten gemacht haben, denn so schließt der Hersteller größere Umtauschaktionen aus. Für einen Overclocker ist dieser Sensor sehr ärgerlich.

Taktraten der einzelnen Radeon 9600-Karten
Product Name Radeon 9600 Radeon 9600 Pro Radeon 9600 XT
SMARTSHADER™ 2 2 2
SMOOTHVISION™ 2.1 2.1 2.1
Speichertakt 400 Mhz DDR 600 Mhz DDR 600 Mhz DDR
Chiptakt 325Mhz 400 Mhz 500 Mhz
Speichertyp DDR1 DDR1 DDR1
Rendering Pipelines 4 4 4
Textureinheiten pro Pipe 1 1 1
Vertex Shader 4 4 4


Mit einem Athlon XP 3200+, 256 MB DDR PC400, einem nForce2-Mainboard und Windows XP erreicht die Radeon 9600 XT in den Default-Einstellungen beachtliche 4125 Punkte im 3D Mark 03. Dies ist schon sehr erwähnenswert, denn eine Radeon 9600 NonPro würde mit diesem System ca. 2.500, eine Radeon 9600 Pro ca. 3.500 Punkte erreichen, was deutlich Unterschiede sind.

Werte in denStandardeinstellungen
Chiptakt 500 Mhz + 0,00%
Speichertakt 600 Mhz + 0,00%
3D Mark 03 4.125 + 0,00%


Die Werte sind für eine Mainstream-Karte (und für diesen Bereich ist die 9600-Reihe konzipiert worden) sehr gut, aber jetzt kommen wir zu dem Wichtigen: Das Übertakten der Radeon 9600 XT. Wie in vielen Anleitungen beschrieben, wurde die Grafikkarte in langsamen Schritten übertaktet. Anfangs konnte auch die Leistung verbessert werden und im 3D Mark 03 die Punkte gesteigert werden. Alles lief auf ein Übertakten ohne Probleme hin. Doch die Probleme traten auf, als die Radeon 9600 XT auf über 580 Mhz (Chip) und 705 Mhz (Speicher) getaktet wurde, denn ab diesen Werten verlor die Karte an Leistung, was auf den Sensor zurückzuführen war. Bei den oben genannten Taktraten war auch die beste Leistung zu verbuchen. Im 3D Mark 03 konnten die Punkte deutlich auf 4.895 gesteigert werden.

Werte bei mittlerer Übertaktung
Chiptakt 580 Mhz + 16,00%
Speichertakt 705 Mhz + 17,50%
3D Mark 03 4.895 + 18,66%


Bei jeder weiteren Übertaktung waren die Ergebnisse nicht mehr repräsentativ, denn trotz höherer Taktraten wurden die Ergebnisse im 3D Mark schlechter. Es traten zwar keine Pixelfehler auf, aber der Sensor schaltete die Grafikkarte implizit zurück. Als Maximum konnte eine Taktrate von 585/765 Mhz ermittelt werden. Ein Erhöhen um wenige Mhz endete in Pixelfehler oder eine Meldung erschien auf dem Bildschirm, dass die Grafikkarte wieder in ihre Defaulteinstellungen zurückgesetzt wird. Der Durchlauf von 3D Mark 03 bei einer Taktrate von 585/765 Mhz brachte mich ins Erstaunen. Trotz der erheblich höheren Taktraten zeigte 3D Mark 03 gerade mal 4.156 Punkte an, was dem Wert in den Standardeinstellungen entsprach.

Werte bei maximaler Übertaktung
Chiptakt 585 Mhz + 17,00%
Speichertakt 765 Mhz + 27,50%
3D Mark 03 4.156 + 0,75%

Fazit

Für eine Mainstream-Karte, die für den Massenmarkt gedacht ist, bringt die Radeon 9600 XT eine gute Leistung mit. Sie ist aber nun mal keine High-End-Karte und richtige 3D-Spieler sollten lieber noch ein paar Euro drauflegen und das Geld in eine Grafikkarte aus High-End-Region nehmen. Da das Übertakten auch nicht richtig funktioniert, kann man aus der Radeon 9600 XT nicht das volle Potential schöpfen und wenn die Karte einmal an ihre Grenzen stößt, kann sich mittels Übertakten nicht helfen und man ist gezwungen, sich eine neue Grafikkarte zu kaufen!